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| Kalbarri 0409 |
Auf der Suche nach unserem Lebensabenteuer haben wir uns auf eine Reise begeben, deren Ende wir nicht überschauen können. Über unseren bewusst herbei geführten Abbruch der gesicherten Existenz in Berlin wollten wir vor allem unsere Familie an unseren Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben lassen.
Tuesday, April 14
Thursday, April 2
Nachrichen aus der Anstalt des Lebens
Ich bin auf drei Wochen im Voraus ausgebucht und habe sehr viel mit Trainings und Mediationen zu tun. Es ist ein Wahnsinn, was die Leute alles so ertragen müssen. Ich könnte Bücher schreiben. Die aktuelle Mediation ist recht gut verlaufen, nachdem die erste Sitzung am vergangen Montag ziemlich emotional war. Die beiden haben sich derart beschimpft und bedroht, dass ich dachte, ich müsste die Mediation stoppen. Wie im Kindergarten. Die beiden Herren sind wieder gekommen zur zweiten heutigen Sitzung. Der Konflikthält sein neun Jahren ihr Arbeitsleben in Atem. Heute habe ich dann einen kompletten neuen Ansatz angewendet und bin methodisch anders heran gegangen. Ich war erleichtert, nachdem wir die zwei Stunden geschafft hatten und froh, dass ich diese Methode gewählt hatte. Mal sehen, wie es am Ende ausgeht.
Die Trainings mit den Mitarbeitern zum Thema Konfliktmanagement laufen hervorragend. Hier schwimme ich in meinem Element und das genieße ich voll und ganz.
Eine Klientin, die überaus gestresst ist, nicht mehr schlafen kann und sich emotional überhaupt nicht mehr regulieren kann, berichtete gestern wie sie die Technik der Three Blessing anwendet. Sie war wesentlich besser drauf und hatte tatsächlich meine Empfehlung umgesetzt. So hat sie auch erzählt, dass sie bereits am Tag besser wahrnimmt, was gut läuft. Das wiederum macht sie sich bewusst und freut sich dann auf den Abend, diese positiven Erlebnisse in die Tagesreflektion aufzunehmen. Klasse.
Die Weiterbildung, die ich kürzlich gemacht habe zu einem speziellen therapeutischen Ansatz versuche ich so oft ich kann anzuwenden. Und ich genieße es, wenn ich sehe und höre, wie es funktioniert. Aus diesem Workshop ist die Idee zu einer Pilotstudie entstanden.
Wir wollen die Effektivität dieser Therapie im Kontext des Studentencounsellling untersuchen. Es gibt eine Organisation, die Forschungsmittel zur Verfügung stelllt und das ist ein guter Anlass, dieses Projekt zu verwirklichen. Die ersten Treffen sind bereits gelaufen und ich blicke gespannt darauf, wie wir das umsetzen werden.
Während der Fortbildung ist ein weiterer Konatkt zu einer der TN entstanden, der per email fortbesteht. Sie ist sehr interessiert, an meinem ostdeutschen Hintergrund, den ich zum ersten Mal sehr ausführlich im Englischen zum Besten gebe. Interessant, dass alles in einer anderen Sprache zu tun und damit eine besondere Art der Distanz zu erleben.
Durch die TN an dieser Weiterbildung sind mir viele Dinge klar geworden und ich habe irgendwie ein Ankommensgefühl gespürt, was die therapeutische Richtung anbelangt. Ebenso habe ich gedacht, dass ich gefunden habe, wonach ich so lange gesucht habe. Es war wie ein home coming. Die narrative therapie ist ein Ansatz, der in Australien entwickelt wurde und im Bereich des Counselling für Aboriginies von der Krankenkasse bereits anerkannt ist. Interessanterweise ist das noch nicht auf die Allgemeinheit übertragen worden. Deswegen wird auch unsere kleine Pilotstudie einen Beitrag dazu leisten.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese wundervollen Chancen niemals bekommen hätte, wenn ich nicht nach Australien gezogen wäre. Ich will mein Wissen in diesem Bereich ausbauen und die notwendigen therapeutischen Skills entwickeln. Das wäre definitiv etwas, was ich aus Australien mitnehmen könnte und in D anwenden könnte. So ergibt im Moment vieles einen Sinn und es ist ein schönes Gefühl, das erleben zu dürfen.
Wednesday, April 1
Happy Birthday
Mut, Gesundheit, Kaft und Energie, wundervolle Momente der Achtsamkeit, Erfolg und Ausdauer.
It is Birthday time again! Celebrate and enjoy!
Wednesday, March 25
Tuesday, March 24
Saturday, March 21
25
25 Jahre bist Du nun.
Ein viertel Jahrhundert.
Anderssein ist Dein Motto.
Und Selbstständigkeit Dein Ziel.
Höhen und Tiefen.
Regen und Sonne.
Sturm und Blauer Himmel.
Sind Normalität.
Aufregung und Freude.
Bewegung in Jahren.
Erfahrene Erinnerungen.
Hart erkämpft.
Etwas Neues beginnt.
Und die Hoffnung wächst.
Baut auf dem Gewesenen.
Glück kam nicht immer von allein.
So manch harter Kampf wurde Opfer.
Neue Stärke das Ergebnis.
Liebe kam und ging.
Und endlich wieder da.
Gemeinsamkeit und Sehnsucht.
Stärken und Träume.
So manches Mal in Einsamkeit.
Mut und Gelassenheit.
Kreative Gedanken.
Das Herz gefüllt.
Geben und Freuen.
Gutes tun und Hingabe.
Zeit im Gedächtnis.
Erinnerungen verknüpfen.
Blau Deine Farbe.
Augen so schön.
Ein Lächeln im Gesicht.
Deine Geschichte.
Voller Leben.
Wednesday, March 18
It's your Birthday
Kannst Du meine Stimme hören und wie ich für Dich singe "Happy Birthday to you ... liebe Sister, happy birthday to you. Hip hip, hooray!"
Geburtstag
Der Abend zuvor, spätestens, erinnert an den darauf folgenden Tag und seine Bedeutung.
Er bedeutet Dein Geburtstag.
Wie weit geht die Erinnerung zurück an vorhergehende Geburtstage und Momente, die nur diesem Tag oder diesem Anlaß gehören?
Kannst Du sie erinnern?
Welche Geschichte erzählen sie Dir über Dich?
Sunday, March 15
Saturday, March 14
Friday, March 13
Pateneltern and three blessings
Wir werden Pateneltern für den kleinen Nils und sind glücklich, dass wir diese Ehre bekommen. Was für ein Vertrauen uns zuteil wird, und was es bedeutet, diese Aufgabe auszufüllen, ist im Moment kaum beschreibbar. Thomas hat schon tief geschlafen, als ich von meinem Ausflug in den späten Abend zurück komme. Die Frage und die Nachricht haben mich zu Tränen gerührt. So musste ich Thomas aus seinem Schlaf wecken und ihm erzählen, mit welchem Geschenk ich heute Abend ich nach Hause gekommen bin.
Three Blessings
Wie oft frage ich nach dem Sinn von diesem oder jenem und wie oft frage ich mich, welchen Sinn ich Dingen geben will und welche Bedeutung sie für mich haben. Eine Fortbildung zum Thema "Positive Psychologie" hat mich aus dem Alltag gekickt. Die Übungen waren eine Herausforderung und ich war nur wenig in der Lage, ganz einfache Fragen zu beantworten. Interessant ist das Ergebnis aus der Forschung zum Thema Depression und die Behandlung. Der bewusste Umgang, Achtsamkeit im Hier und Jetzt sowie die Akzeptanz anstatt der ewige Kampf gegen etwas sind nur Teilelemente dieser großen Bewegung. Wie simpel und einfach die Aufgabe, 3 Dinge am Ende eines jeden Tages zu benennen, die gut gelaufen sind, die man gemocht hat etc. Bei moderat depressiv Erkrankten hat allein diese Aufgabe zu einer Besserung geführt. Es geht nicht darum, die Depression zu beseitigen, sondern mit ihr leben zu lernen und die Aufmerksamkeit auf positive Dinge zu richten. Und seien sie noch so klein. Es fällt mir schwer, diese Übung in die Praxis umzusetzen, und ist damit eine weitere wertvolle Erfahrung für die Therapie.
Neues aus der Arbeit
Heute war ein außerordentlicher Tag der Anstrengung und komplexen Fälle. Zeit, zum Notizen schreiben ist dabei nicht übrig geblieben. Das muss ich am Wochenende machen.
Am Nachmittag hatte ich zum ersten Mal Begegnung mit einem wahnhaft Schizophrenen, der so aggressiv war, dass ich Angst bekommen habe. Innerlich habe ich wirklich gezittert und war wieder einmal mehr überrascht, dass ich nach außen eine Ruhe ausgestrahlt haben muss, die phänomenal war. Er vermutete eine Verschwörung ist gegen ihn im Gang. Den muss man doch sofort weg sperren oder? Die Sitzung verlief dank diverser Techniken des Angermanagement zu einem guten Ende.
Ich habe die Situation souverän gemeistert. Nach einer Stunde mit ihm, war ich erschöpft . Eine Kollegin kam zu mir, denn sie hat in ihrem Büro gehört, was da los war in meinem Büro, dann hat sie im Kalender gesehen, wer da bei mir saß und bekam es mit der Angst zu tun. Sie erzählte, dass sie schon vor meiner Tür gestanden habe. Für den Fall der Fälle. Meinen Notknopf hatte ich nicht in Reichweite, so wäre mir wohl bloß die Flucht gelungen.
Eine Dreiviertel Stunde später, und damit eine halbe Stunde vor meinem wohl verdienten Wochenausklang kommt die nächste Krise. Das hat mich eine weitere Stunde gekostet und wäre beinahe mit einer Krankenhauseinweisung der Klientin geendet. Schlussendlich konnte auch das vermieden werden. Als ich aus meinem Büro um 16.30 gekommen bin, waren schon die ersten auf dem Weg nach Hause.
Visa
Unser Visa ist so gut wie genehmigt. Thomas muss noch den Sprachtest machen. Ich habe Glück, denn durch meine Berufsanerkennung und den Job hinterfragen sie meine Sprachkenntnisse nicht. Das Thomas den Test machen muss, ist ebenfalls eine Farce, nach fast drei Jahren Vollzeittätigkeit. Was solls, so ist die Bürokratie. Den Test kann er erst im April machen, da die Prüfungstermine ausgebucht sind. Danach bekommen wir unser permanent Visa und damit nochmals einen ganz anderen Freiraum.
Three Blessings for today
Einen verrückten gebändigt - Erleichterung
Eine Krankenhauseinweisung verhindert - Entspannung
Am Abend ausgegangen - Spass, Freude, bewegende Emotionen
P.S. Heute fällt es mir ziemlich einfach, diese Übung zu machen. Ich führe das auf die Intensität der Ereignisse zurück. Aber wenn ein Tag dem anderen ähnelt, fällt es schwer. Die Aufmerksamkeit jedem noch so kleinen Detail zu widmen und es anzuerkennen... Übung macht den Meister.
Friday, February 27
Kabelloser Strom - das ist morgen
Thomas lacht, auch heute, als er mit ansieht, wie das erste Modell vorgeführt wird. Glaubt mir nur, ich hatte diese Idee. Und keiner hat an mich geglaubt. Was heißt das, nicht aufgeben, nicht belachen lassen, und an die Kraft der Kreativität glauben. Das versetzt immer noch Flügel. Da brauche ich gar kein Red Bull!
Tuesday, February 17
Sunday, February 15
leonard cohen, klassische musik im kings park

wenn auch ziemlich weitläufig und groß, ca. 8000 zuschauer, eines der besten konzerte erlebt
leonard cohen stept über die bühne mit seinen 74 jahren wie ein junger mann auf der bühne


pünktlich um 8.00 stimmen die musiker und wer sie gezählt hat weiß das :-) wer nicht, hat sie auch nicht gezählt.

zuvor erstmal ein schönes picknick wie das so üblich ist hier
Monday, February 9
Sommer
Fakten:
500 Häuser abgebrannt
Sunday, January 25
Wider der Faulheit
Eine Schlange kreuzt meinen Weg und signalisiert, dass ich nicht die einzige bin, die diesen hohen Temperaturen den Rücken kehrt und sich nicht darum schert, wie wenig Schatten es um die Mittagszeit gibt. Nämlich gar keinen. Ein kurzer Adrenalinstoß, etwas anders, als wenn mir ein Hund begegnet wäre und schon die Reue im Kopf, mal wieder das Handy zu Hause gelassen zu haben. Das nächste Mal kommt es gleich mit in den Rucksack.
Förderliche Elemente meinen es diesen Wochenende gut. So hat Thomas ein neues gebrauchtes Surfboard, mit dem er noch schneller sein kann bekommen und ich eine mannshohe Leinwand. Es ist mal wieder so weit, die Farben auszupacken und der Kreativität freien Lauf zu lassen. So entsteht ein Werk, dass zum ersten Mal nicht am ersten Tag fertig wird, sondern meine Ideen ein paar Tage beanspruchen wird. Schon jetzt weiß ich, nachdem ich endlich alle bunten Farben verbraucht habe, dass nur noch Schwarz und Weiß helfen können. Ich habe entschieden, dieser "kreativen" Endauswahl zunächst Vorrang zu geben und bin mit ersten Ergebnissen zufrieden. Diese Entscheidungen in der Farbwelt bringen mich durcheinander und stimmen mich nicht zufrieden. So tauche ich ein in die Variation von Weiß- und Schwarztönen. Denn selbst diese Farben lassen doch ein Spektrum von Helligkeit und Dunkelheit zu.
So oft beklage ich mich über dieses rationale Schwarz-Weiß Denken bei anderen, entweder oder, oben oder unten, ja oder nein. Was machen eigentlich Farbenblinde, die z.B. nur diese Farben sehen können, weil es rein physisch gar nicht anders geht? Interessant wäre doch, ob sich da eine Verbindung zwischen dem sogenannten rationalen Denken herstellen lässt. Das will ich recherchieren.
Saturday, January 17
Feuer


http://www.news.com.au/perthnow/
Der Kingspark gehört zu den Attraktionen von Perth und liegt ziemlich im Herzen dieser Gegend. Hier wurde letzte Jahr der Bottletree eingepflanzt, der im Norden Westaustraliens verwurzelt wurde. Ich habe darüber im Blog geschrieben. Wie sich der Brand auf diesen Bereich des Parks ausgewirkt hat, weiß ich nicht. Diese Gegend wie auch der Botanische Garten sind wohl, glücklicherweise, unversehrt geblieben. Das Ausmaß wird sich zeigen, wenn der Rauch verzogen ist.
Monday, January 12
Routine
Wie langweilig wäre es, wenn wir nicht arbeiten müssten? Was würden wir stattdessen tun? Oh, ich hätte da schon ein paar Ideen. Die aber wiederum sterben bereits, nachdem sie einmal ausgesprochen sind, denn die "Not" ist nicht groß genug, um sie in die Praxis umzusetzen. So bin ich mit einigen Geschäftsideen nach Perth zurück gekommen und wollte schon diverse Dinge ausprobieren. Was für eine unglaubliche Energie, die auf Reisen entsteht und dann leider wieder verpufft. Liegt das nur am Alltag oder tatsächlich daran, dass es kein wirkliches Muss gibt?
Morgen gehe ich wieder arbeiten und nehme mir strengstens vor, zumindest die Feierabende zu nutzen für Sport und Erholung. Mal sehen, wie sich das einbetten lässt und wie der Wille stark bleibt und sich nicht wieder unterkriegen lässt. Wer dominiert hier wen?
Aus professioneller Sicht weiß ich, wie man bewusst Einfluss auf das Handeln nehmen kann. Und es ist immer wieder interessant, wie schwer das umzusetzen ist. Dinge erhalten eine unglaubliche Macht, ohne das sie diese Bedeutsamkeit verdienen würden.
Einfach nur durch eine Routine und Gewohnheit.
Wie ist das wohl im Alter, wenn man nicht mehr arbeiten muss. Ein erheblicher EInfluss auf das Leben versinkt. Einfach so. Und dann kommt es darauf an, was man daraus macht. Manche gehen beinahe täglich zum Arzt und haben damit eine andere neue Struktur und so manch einer sicherlich jemanden zum Reden.
Die Zeit, dieser Form des Gestaltens vorzubeugen ist JETZT. Und das will ich mir bewusst halten. Wenigstens das soll gelingen und wenn es nur Gedankenkonstrukte sind.
Wednesday, January 7
Moment mal und über das Essen
Momente
So oder etwas abgewandelt springt mir dieser Spruch in die Augen, als ich den Brief meiner Schwester zum Wieder mal Abschied öffne.
Es hieß „adieu“ sagen in Abschnitten und war damit keinesfalls einfacher für uns alle. Der Schmerz des Gehens und der Schmerz des Verlassen werden – beides erzeugt ein so unwohles Gefühl, dass es kaum auszuhalten ist.
„Warum tue ich mir das an?“ Diese Frage beanspruchte meine Synapsen und ließ sie zum Dauerlauf starten ohne eine befriedigende Antwort und ohne ein klares Ziel.
Zurück zu den vielen, manchmal unscheinbaren Momenten während meines Aufenthaltes in Deutschland.
Wir haben gelacht, gegessen, gesungen, gelesen, gequatscht, gesportelt, geschwommen, geschwiegen, gegessen sowie gelauscht, geguckt, genossen, und zwischendurch wieder gegessen.
Wie viel Kilo kann man in ca. 3 Wochen über den Mund und an Gewicht zunehmen? So oft haben wir uns das gefragt. Wie es sein kann, dass die Hosen plötzlich stremmen oder das Bücken immer schwerer fällt. Bei der Schneeballschlacht beim Formen des Schnees außer Atem gekommen und noch anstrengender war die damit verbundene Schlacht im Schnee.
Im Radio stellten sich ein paar schlaue Köpfe die gleiche Fragen und fanden, dass ja sogar eine Flasche Wasser zu 1 kg Gewichtszunahme führe oder führen könnte, während eine Schokolade ja nur 100 g mehr auf den Hüften bewirken würde. Bedeutet das nun lieber weniger trinken und mehr Schokolade essen? Mir gefällt dieser Denkansatz. Und das ist ja das Problem.
Was haben wir alles getan, um den eigenartigen, wenn auch nicht wirklich überraschenden Folgen des Essens vor, während und nach Weihnachten zu entkommen. Laufen täglich und wenn es auch nur einmal am Tag war; Aquabiking im Ganzen dreimal. Schwimmen um der Cellulitis an den Kragen zu rücken. All das hat lediglich offenbart, dass das Tauchen ohne Luft auch schon mal einfacher war.
Der Bauch sieht nun aus wie schwanger und ist es auch. Nur leider mit Fettpolstern die sich angesetzt und es sich gemütlich gemacht haben. Das wird wirklich ein hartes Stück Arbeit.
Was rede ich da, wenn ich Sister’s Worte erinnere bezüglich des Bauchspecks, das mehrere Dürreperioden ohne Verluste überleben würde. Na dann „Sport frei“ oder doch besser „Guten Appetit“?
40 Grad und mehr Temperaturunterschied erleichtern es nicht gerade, an sportliche Aktivitäten zu denken. Sogar das Hirn wird faul, wie soll sich der Körper da aufraffen?
Wie immer hilft die Hoffnung und rettet einen von diesem unbeschreiblichem Unwohlsein; wenn auch nur für einen Moment. Und dann wird es gefährlich, denn solche Momente verlocken wiederum zur weiteren unkoordinierten Essenseinnahme.
Zurück im weltbesten Bett der Welt und in Erinnerung an die zurück liegenden Wochen bei klimatisierter Luft und künstlicher Kühle, versuche ich einzuschlafen.
Die erste Nacht in Perth steht bevor und verspricht unruhig zu werden. Was mache ich hier (Frage 1) und wie werde ich meine Polster los (Frage 2)?
Ich vermisse Euch!!!
Friday, December 12
Snow
Gestern Abend besuchten wir unsere Freunde aus England, die eine Tochter Namens Hermione haben. Sie ist 3,5 Jahre alt und lag schon, eine niedliche Gute Nacht Geschichte sehend, im Bett. Es ging um die vier Jahreszeiten und plötzlich sagte sie, sie würde gerne Schnee haben. Leider musste ich ihr erklären, dass es hier keinen Schnee gibt. Mein Versprechen ihr zumindest ein Bild vom Schnee mitzubringen, wenn ich zurück bin, möchte ich natürlich sehr gerne einlösen.
Unvorstellbar, wieviele hier in Australien noch niemals Schnee gesehen haben. Hermione hat es möglicherweise irgendwo in ihrem noch so jungen Langzeitgedächtnis abgespeichert, denn sie lebt ja auch erst knappe 2,5 Jahre hier in Perth. Wer weiß das schon, ob sie sich an so etwas erinnert.
Ich würde so gerne in der Stille des Schnees, die sanft alle Geräusche um einen herum dämpft, spazieren gehen und ich kann noch sehr gut diese Empfindung abrufen. Eine Auffrischung wäre dennoch hilfreich.
Hier beginnt der Sommer und die hohen Temperaturen gewinnen täglich überhand. Das ungewöhnliche Wetter in den letzten Wochen weckt die Sehnsucht nach kontinuierlicher Wärme. So unterschiedlich kann das sein. Mir macht es nichts aus, die nächsten drei Wochen in diesem tristen Wetter in Deutschland zu sein. Ich habe ja das ganze Jahr über schönes Wetter. Ist auch mal gut, so einen extremen Wechsel zu haben, um die Dinge hier wieder etwas mehr zu schätzen.
Eine der großen Mining Firmen hat gestern 14.000 Arbeiter entlassen. Da wird gar nicht so lange gezögert wie wir das kennen. Man ist hier ganz schnell am Abgrund, zumindest an der Grenze daran landen. Gruselig. Den Schneeballeffekt dieser Entlassung und weiter folgenden muss ich nicht erklären. Was jedoch interessant ist, dass die Meldung nicht ausgeschlachtet wird. Sie erscheint auf den Internetseiten der news nicht als DIE Topmeldung. Das ist in Deutschland doch ganz anders. Da springt mir seit Wochen das Wort "Finanzkrise" täglich ins Gesicht.
Thursday, November 20
A Quantum of Solace
Seit August habe ich mit dem ständigen Begleiter DRUCK jeden Tag, jede Minute und jede Nacht geteilt. Seit dem bekannt gegeben wurde, dass mein Arbeitgeber zwei unbefristete Vollzeitstellen anbietet. Mein Vertrag geht nur bis Ende des Jahres und die drei weiterer Kolleginnen auch. Kein Wunder, dass wir uns darauf gestürzt haben und uns für diesen heiß begehrten Job beworben haben.
Von August bis November war dann immer nur die Rede von den Ausschreibungen und das Gerücht, dass eine dieser Stellen mit einem Mann besetzt werden soll. Wir vier Frauen wußten, was auf uns zu kommt. Nur eine wird diese Stelle bekommen.
Im November endlich die Ausschreibung, auf die sich dann nicht vier von uns beworben haben sondern nur drei inclusive meinerselbst. Die Uni ist eine riesen Maschineri und hat damit auch einen Bewerbungsprozess installiert, der weit über das normale Maß hinaus geht.
Zunächst erst einmal die schriftliche Bewerbung, die ein Anschreiben, einen Lebenslauf und Auswahlkriterien enthalten muss. Die Auswahlkriterien sind 14 Punkte, zu denen jeder Bewerber was schreiben sollte und das möglichst so klar und beweisnah wie möglich. 20 Seiten sind es letztendlich bei mir geworden. Eine kleine Hausarbeit. Sonst nichts.
Bis zum letzten Moment habe ich geschrieben wie ein Weltmeister. Es dreimal gegen lesen lassen und drei Tage vor Bewerbungsende abgegeben. Fertig. Und dann warten.
3 Tage später nach dem offiziellen Bewerbungsende gab es die Einladung zum Interview. Wir drei Mädels bekamen einen Chance in 30 Minuten einem sich aus 5 Personen zusammen gesetzten Gremium zu stellen und alle Fragen bestmöglichst zu beantworten. Das Interview hat in der Entscheidung den entscheidenen Anteil.
Die Einladung kam drei Tage vor dem Interview. Das Wochenende dazwischen habe ich gegrübelt, was die wohl alles fragen und meine Bewerbungsunterlagen zigmal durch gelesen.
Die emotionale Hintergrundbelastung läßt sich kaum beschreiben. Eine Mitbewerberin war immerhin meine Supervisorin für die ersten 6 Monate, die ich am Anfang da war. Sie hat den gleichen Service zuvor an einer anderen Uni geleitet. Ein eloquente und sehr erfahrene Frau. Sie ist Deutsche. Wie ich. Sie ist seit 18 Jahren in Australien und muss sich, wie alle, diesem Verfahren stellen, wenn sie bleiben will. Wir simulieren das worst case scenario, immer dann wenn wir uns sehen. Wir drei sprechen seit Oktober von nichts anderem mehr. Und mit jedem Tag stieg die Angst, die Stelle nicht zu bekommen. Die Kollegen sind ratlos und meiden eher dieses unangenehme Thema.
Mit uns haben sich 14 weitere Personen von außerhalb beworben. Doch nur wir drei sind schlussendlich interviewt worden. Das haben wir dann aber auch erst wirklich am Tag der Gespräche begriffen. Und damit hieß es dann, das zwei von uns einen Job bekommen. Denn männliche Bewerber gab es ja nicht!
Ein Botschaft erreichte uns kurz vor dem Drama. Es würde für das nächste Jahr eine Teilzeitstelle befristet werden. Und damit waren wir sicher, dass wir alle drei bleiben. Wenn auch einer eben nicht diese Festanstellung bekommt. Ein schwacher Trost. Wir rätselten, ob wir dieses Angebot annehmen würden. Für eine feste unbefristete Stelle nicht gut genug, aber für eine befristete Teilzeitstelle dann doch. Ein müßiges Unterfangen. Wir alle spielen eine Karte.
Aufgeregt wie lange nicht habe ich die letzten beiden Tage vor dem Interview unansprechbar in meinem Zuhause verbracht. Froh, wenn Thomas nicht da war und keiner anrief, um Glück zu wünschen etc.
Der Morgen des Geschehens. In aller Ruhe wache ich auf. Ich habe Urlaub genommen. Und habe noch Zeit, mich in Ruhe fertig zu machen, ein bißchen zu meditieren und mich einzustimmen. Und plötzlich finde ich mich auf dem Campus wieder. Der Countdown läuft und jeder Schritt vom Parkplatz bringt mich eine Sekunde näher.
Ich sitze im Warteraum und warte darauf, dass ich abgeholt werde. 5 Minuten später blicke ich die Augen von fünf wichtigen Leuten, die über mein kleines Dasein und Schicksal entscheiden sollen. Absurd.
In einer wirklich sehr professionell gestalteten Atmosphäre mit acht gestellten Fragen habe ich mich plötzlich absolut ruhig und entspannt gefüllt. Jede Antwort brachte mich dem Ende dieser 30 Minuten näher. So schnell wie es begann, war es dann auch wieder vorüber.
Zwei Stunden danach habe ich überlegt, was ich alles nicht gesagt habe und dass ich mich definitv unter Wert verkauft habe. Egal, ich beschließe aufzuhören. Das Rauschen der Wellen am Strand hat dankbar alle meine Sorgen aufgenommen und weg gespült. Jetzt konnte ich nichts mehr tun.
Außer warten.
Schon am selben Nachmittag schickte mir eine meiner Referenzpersonen ihre Referenz. Das Gremium hat alle vier von meinen Referenzen angeschrieben und um einen Report zu 5 oder 6 Fragen gebeten.
Mittwoch, kurz vor dem Mittag. Mein Chef kommt. Er sieht ernst und auch müde aus. Er schließt die Tür und bittet mich zu setzen. Und dann sagt er mir, dass ich die Stelle habe. Er bittet mich noch um Stillschweigen, denn die anderen beiden wissen noch nichts. Und er sagt mir auch nicht, wer es nicht gemacht hat. Ich frage auch nicht danach.
4 Stunden später fällt die Bürotür meiner lieben und wertgeschätzten Kollegin zu. Und da wusste ich, dass sie den Job nicht hat. 1 Minute später kam eine Mail von ihr und sie gratulierte zur Stelle und machte klar, dass sie jetzt niemanden sehen will.
Als ihre Tür kurz vor ihrem Feierabend angelehnt war, bin ich rein und habe sie umarmt. Was kann man mehr tun und sagen, dass es einem leid tun. Eine unmögliche emotional belastende Situation. Sie hat Tränen in den Augen. Bis hierher glaube ich immer noch, dass sie wenigsten den Teilzeitjob bekommt.
Ihre Worte treffen hart und sind schockierend. Dieses Stelle wurde mal eben so an einen ehemaligen männlichen Kollegen vergeben. Damit war klar, dass sie ab 20. Dezember arbeitslos ist und nicht mehr meine Kollegin sein wird.
Wie kann ich mich freuen, wenn ich weiß, dass sie leidet? Ich versuche, dass nicht zu vermischen. Und dennoch ist es eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal machen muss. Und es ist noch lange nicht zu Ende.
Wednesday, November 5
Zwei Jahre Australien
Sie waren alle, fast alle!, da. Thomas Bruder und Familie zu Beginn des Jahres. Meine Eltern in der Mitte, als die Natur im Umschwung war und sich langsam den Frühling näherte. Thomas Eltern, als alles in Blüte stand. Wie haben eine wundervolle Zeit miteinander verbracht. Und wir haben uns gefreut, über das Interessiertsein unserer Liebsten an unserem Leben hier. Wir schätzen, dass sie sich die Mühe gemacht und lange strapaziöse Flüge auf sich genommen haben. Nur, um wenigstens einmal hier zu sein.
Ich befinde mich mitten im Bewerbungsprozess für meine neue alte Stelle. Wieder einmal entdecke ich den Zwang, alles perfekt zu machen. Ich will diesen Job und keine Kompromisse mehr. In knapp vier Wochen werde ich sehen, ob das gereicht hat.
Unsere Tomaten im Garten werden langsam rot und wachsen. Der Rasen hat seine grüne Farbe fast wieder erlangt, nach dem vielen Regen. Der See in der Nähe ist immer noch voll. Und die Elstern treiben bis auf Weiteres ihr Unwesen. Die Abende sind länger hell, denn wir haben die Zeit umgestellt.
In Amerika gibt es eine kleine Revolution. Ein Farbiger wird Präsident. Die Welt ist in Aufruhr und treibt Menschen in noch tiefere finanzielle Sorgen.
Das einzig verlässliche ist die Zeit. Sie geht immer noch genauso schnell oder langsam und hält ihren Rhythmus. Sie ist die einzige Quelle, die kontinuierlich Struktur gibt, ohne das wir uns darum auch noch sorgen müssten.
Down South
Ich höre noch Thomas' Anruf vor zwei Jahren und seine Begeisterung klingt mir heute in den Ohren, so als ob es gerade geschehen ist. Seine Aufregung, seine Begeisterung - vom Race und von dieser herrlichen Gegend, die auch bald meine neue Heimat sein sollte.
Geschichte - meine ganz persönliche - schreibe ich jeden Tag. Manchmal kleben Erinnerungen fest in meinen Gedanken, ohne das ich sie aufschreiben muss. Und manchmal kreiere ich meinen Alltag, meinen ganz besonderen. Jeder Tag ist ein Geschenk, dass ich nicht mehr auspacke, weil ich daran gewöhnt bin. Aber wenn ich es dann doch mal hin und wieder zelebriere, dann freue ich mich wie ein Kind und kann nicht aufhören, zu erleben.
So geschehen an diesem wunderbaren Wochenende im Süden, dass nicht nur ein tolles Teamevent geboten und mir einen kräftigen Sonnenbrand bescherrt hat, sondern auch meine Augen hat nicht abwenden lassen vom Meer. Keine Wellenschäume am Horizont, die täuschten und das Hirn in die Irre führten. Nein Wirklichkeit - pur. Wale in Sicht. Sie ziehen in den Norden, in die wärmeren Gewässer und machen Pause in dieser wundervollen Bucht, genannt Geographe Bay. Herrliche Strände, wechselndes Wetter, wenig Menschen, außer am Renntag, reine Luft und ein Wind aus Zauber.
Sie jumpen aus dem Wasser und tümmeln sich. Die Wale haben Spaß, oder sie jagen oder paaren sich. Wer weiß das schon aus dieser Ferne. Dennoch nicht zu weit, um sie in ihren vollen massiven Wucht ins Wasser oder aus dem Wasser springen zu sehen. Ich kann meinen Blick nicht abwenden und ich vergesse, dass meine Haut eine Gänsehaut hat von dem kühleren Wind herum. Es macht alles nichts, denn die Natur belohnt meinen Blick. Meine Sinne sind geschärft, ich sitze und genieße, ich wandere und entdecke am Wegesrand eine Schlange. Zum ersten Mal so dicht, dass man Acht geben muss, um nicht Opfer eines Bisses zu werden. Dann aber doch so mutig, um nahe genug heran zu gehen, um auch das als Beweis australischer Natur zu fotografieren.
Es überkommt mich eine innere Freude, Freude auf unseren bevorstehenden Besuch an Weihnachten. Gedanken an die Familie sind jetzt ganz present und natürlich der Wunsch, sie genau Jetzt hier zu haben und sie teil haben zu lassen.














