Friday, October 22

100 Millionen Minuten



In liebevoller Erinnerung an unseren Ehemann, Vater, Schwiegervater, Opa, Freund und Bekannten

Es muss Dir wie eine Ewigkeit vorgekommen sein.

Du sprachst von 100 Millionen Minuten, die nicht vergehen wollen.
Du hast die Welt und die Zeit nicht mehr verstanden.

Du hast täglich nach dem WARUM gefragt und uns gebeten, endlich Schluss zu machen.

‚Hilf mir‘ und ‚Nimm mir den Kopf ab‘

Dein Hilferuf nach Erlösung wurde immer verzweifelter.
Wir mussten Dein Leiden und Deine Qualen hilflos mit ansehen.

An Deinem letzten Tag auf Erden haben wir Dir Dich gehalten.
Sahen mit an, wie Du Deinen letzten Atemzug genommen hast.
Und dann konntest Du los lassen und Dich auf die Reise begeben.

Im Licht des Vollmonds und mit viel Luft durch den Sturm gingst Du von uns.
Es gab nur noch diese eine Lösung für Dich, um Deinen qualvollen Schmerz zu beenden.

Wir haben mit angesehen, wie die Angst Dich geschüttelt hat.
Dein Mut hat die Angst besiegt und Dir geholfen, von uns zu gehen.

Unter dem Stern der Waage wurdest Du geboren und wieder von uns genommen.

Wo auch immer dies sein mag, wissen wir, dass auch wir immer bei Dir sein werden.

Dennoch befreie Dich von Deinen Fesseln und schreite auf das hellste Licht zu.

In tiefer Trauer, Liebe und Verbundenheit

Monday, August 2




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Sister und Ralf in Perth 2010, oder GIBT ES HIER AUCH BRATWURST?

Geschichte. Wieder seid Ihr gegangen. Traurigkeit beherrscht den Alltag fuer die naechsten Tage, bis sich die Emotionen wieder legen und einigermassen kontrollierbar werden. Traenen des Abschieds sind geflossen, die weh tun, aber auch dem Druck nachgeben, um den Schmerz einigermassen ertragbar zu machen.

Ihr Lieben, danke, dass Ihr hier bei uns wart, ein Stueck unseres Lebens hier in Perth mit gelebt habt und Euch eingelassen habt auf das kilometer lange Fahren. Am 24. July 2010 sah alles so rosig und aufregend aus. Ich habe sogar noch Unkraut gezupft, an Stellen, die Ihr gar nicht gesehen habt. Und das alles nur, um meine Vorfreude im Zaum zu halten und nicht komplett auszuticken. Das Herz hat in Aufregung geschlagen, die Nachbarin geschmunzelt, ueber die Dinge, die ich noch kurz vor Eurer Ankunft gemacht habe. So sollte es sein und alles damit rundum schoen, damit Ihr Euch wohl fuehlen konntet, hier bei uns.

Und dann endlich war es so weit, Euch vom Flughafen abzuholen und, um eine der schoensten Wochen in unserem Leben gemeinsam zu verbringen. Euer Flieger landet mit nur wenigen Minuten Verspaetung und wir sehen Euch beim Aussteigen zu und nehmen Euch in den Arm beim Verlassen der Sicherheitszone. Endlich! Nach 4 Jahren kommt Ihr beide ZUSAMMEN zu uns zu Besuch. Worte koennen die Freude gar nicht fassen.

Am Meer, und wieder das Meer, unseren ersten gemeinsamen Kaffee im YELO getrunken und uns gefreut, dass nun eine Woche Urlaub vor uns liegen. Den ersten Abend haben wir mit Thomas Kochkuensten und Euren Erzaehlungen ueber die ersten beiden Wochen in Australien ausklingen lassen. Oh Wunder, meine Sister im Schnorchelmontur am Great Barrier Reef.

Sonntag schon ging es aufs Rad, um Thomas uebliche Radstrecke zu erkunden und damit auch schon ein wenig Sightseeing in Perth. Sister und ich haben es etwas ruhiger gemacht, Fruehstueck im Buchkaffee und ein Spaziergang in Swanbourne sowie die Art Gallery in Perth besucht. Zum Nachmittag wieder vereint, erste Kraefte eingesetzt und am Abend im Breakwater in Hillarys Bier getrunken. Boote, die die Augen leuchten lassen und Preise, die unser Geldbeutel einfach nicht hergeben will.

Die Woche war voll gepackt mit diversen Fahrten, nach Fremantle, in den Sueden bis nach Yallingup ueber Busselton und Australind zurueck. Wale gesehen, bevor die erste laengere Tour zu Ende war. Erschoepff, aber voll getankt mit Eindruecken, haben wir diesen Tag ausklingen lassen. Die neu gekaufte Badehose hat in Bunker Bay ihre Dienste geleistet, wenn auch etwas zu gross.

Fremantle hat mit einem langen Spaziergang gepunktet, einer Begegnung mit zwei aelteren Herrschaften, die vor 50 Jahren eingewandert sind, fuer eine nette Begegenheit gesorgt, ein Bier im Little Creatures fuer langes Warten auf ein bestelltes Brot unruhig werden lassen und ein eher ungewohnter Geschmack des Essens hat den Kurzbesuch in Freo abgerundet.

Unsere Fahrt in den Norden zu den Pinnacles und zu den Duenen in Lancelin, von teilweise heftigem Regen begleitet, hat uns Spass gemacht, da Thomas auch frei hatte und wir unglaublich herrliche Landschaften bewundern durften. Das Licht einzigartig und die Stimmung weit entfernt vom Alltag. Fish und Chips und Lobster am Thirsty Point, wenn auch windig, dennoch kurzweilig. Das Auto durch eine Megapfuetze gefahren und auf dem Foto festgehalten - was fuer ein Spass. Und das Blitzen in Euren Augen. Geschafft zurueck an diesem Tag und mit vollmundigen Wein und Essen im Stehen abgerundet.

Katmandu hat es Ralf schon in Fremantle angetan und dann gelockt. Ikea konnte nicht ausgelassen werden, um endlich vernuenftige Abzieher fuer die Dusche zu erwerben.

Das ECHOS war ein highlight und wird in Erinnerung bleiben. Gongmeditation mit kalten Fuessen und unglaublich intensiven Erfahrungen haben einen der letzten Tage zu einem besonderen Erlebnis gemacht.

Und dann kam das Wetter. Die Sonne und 24 Grad, flaches Meer mit durchaus kraeftigen Wellen frohlockten, um die Abschiedsstimmung zu versuessen. Einfach abschalten und weg vom Schmerz und Alltag. Ein Softeis in allerletzter Sekunde und das Bewusstwerden, dass alles nun schon wieder zu Ende ist.

Eine Woche voller unterschiedlicher Unternehmungen, am Tage wie am Abend. Musik in der Fremantle Lounge, Seth Lowe macht den Abend musikalisch, die Cocktails in der Kitschbar lassen zu wuenschen uebrig, der Blick auf die heiss gekleideten Maedels in Leerderville machen das wieder wett und lassen staunen. Der Red Hering tischt auf und sorgt fuer weitere Augenweiden und Gaumenschmauss. Manchmal mussten wir uns muehen, trotz Dunkelheit und vorgerrueckter dunkler Stunde vor die Tuer zu gehen. Hinterher hattes es sich immer gelohnt.

Und so vieles im Detail. Morgens mehr Bewegung als sonst, Toilettenspuelung geht, da ist doch wer, das Licht wird ausgeknipst, die Klimananlage angemacht, das Fruestueck steht schon auf dem Tisch, die Kaffeemaschine holt auch den letzten aus dem Bett, die fruehe Dunkelheit laesst uns alle muede werden, das Garagentor geht, die Schuhe und die warmen Socken, die Waesche auf der Leine und der viele Wein in der Kammer. Der Spueler von Zauberhand geleert und das Stuebchen geputzt. Da war doch wer.

Gemeinsamkeit und Verbundenheit der besonderen Art fuer eine Woche. Ein unbezahlbares Program und dennoch geleistet. Danke fuer diese schoene Zeit.

Bratwurst haben wir nicht geschafft. 'Nen bisschen mussten wir euch vorenthalten, damit Ihr noch einmal wieder kommt :-)

Sunday, July 18

Christmas in July

Entenbraten, Rotkohl, Kloesse, Kartoffeln, Sosse und Rotwein. Tiramisu zum Nachtisch und ein Ikea Weihnachtsbaum auf dem Tisch. So haben wir gemeinsam mit Freunden Weihnachten im July gefeiert und eine Menge Spass gehabt. In Australien hat das schon Tradition, da es im Dezember wirklich zu heiss ist, um einen fetten Braten in die Roehre zu schieben. Die jetzigen Temperaturen lassen einen ein wenig von Winter wie in Europa spueren. Die Luft ist klar und frisch, es hat eigentlich eher was herbstliches und macht Lust auf Spaziergaenge im Park. Die Sonne hat die letzten Tage wunderbar gescheint und zum Ende des Tages fuer ein ausserordentlich schoenes Licht gesorgt. Ein rundum rundes Wochenende, dass sich nun allmaehlich dem Ende neigt. Am kommenden Samstag schon werden meine Schwester und Schwager in Perth landen, und eine Woche mit uns gemeinsam verbringen. Es gibt nichts Schoeneres als diese Vorfreude darauf, sie endlich mal wieder hier um uns zu haben.

Friday, July 9

Zwischen verschiedenen Realitaeten

An so einem Abend wie diesem halten wir gerne inne und geniessen das Ende einer unglaublich psychisch anstrengenden Woche. Ein beinahe SterneEssen gekocht und aufgetischt und genossen bei Leonard Cohen Musik im Hintergrund. Erinnerungen an dieses wunderbare Konzert kommen auf.

Unseren Internetblog haben wir heute mit intensiver Neugierde durch gestoebert und gelesen, was wir alles schon hinein geschrieben haben. Dabei kamen wir uns wie auf einer Achterbahn vor zwischen lustigen, unglaublichen, abenteuerlichen, philosophierenden und auch traurigen Geschichten. Von 2006 angefangen, der Umzug, der Abschied, die Traenen, die Freuden, das Neue, viele Informationen, neue Begegnungen, Wunder des Alltags, Entdeckungen, Bilder und ihre Geschichten, die Besucher und Oma Sofie. Auf einmal erscheint ihr Bild und wir halten inne, Traenen kommen so schnell und verbinden uns mit unseren Erinnerungen an sie.

Freude steht ins Haus, meine liebe Sister und endlich mein lieber Schwager kommen. Ihre Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und die Nervositaet ist ihr staendiger Gast. Die Freude laesst auch Erinnerungen wach werden an vorher gehende Besuche. Und daneben macht er sich schon startklar, der Abschiedsschmerz, der uns bevor stehen wird. Ereignisse werden im Kopf bereits vorsimuliert und der Magen uebt schon mal das Uebelkeitsgefuehl, dass mit dem Abschied empfunden wird. Ich arbeite mit mir und hole meine Gedanken in das Hier und Jetzt zurueck, was nicht immer einfach ist.

Der Regen hat seinen Weg nach Perth gefunden, sorgt fuer das Heilen der laechzenden und durstenden Natur, damit der Rhytmus im Einklang bleibt. Lang ersehnt und dennoch so verwunschen, weil es nur gemuetlich ist, wenn man in seinen vier Waenden bleibt.

Die Arbeit hat auch diese Woche fuer einige Unruhe gesorgt. Viele Klienten, die mit Mobbing zu tun haben, unter den Effekten leiden, haben ihre unglaublichen Geschichten berichtet. Das Zuhoeren lockt die Wut im Inneren hervor. Kuerzlich berichtet von einem Fall, in dem 12 Mitarbeiter eine Gruppenbeschwerde gegen ihre Managerin wegen Mobbing/Bullying eingereicht haben. Da stellt einer der obersten Manager eine Managerin ohne Vorstellungsgespraeach ein, mit dem Wissen, dass sie eine sehr unangemessene Umgangsart pflegt, um Mitarbeiter loszuwerden, und darauf hoffend, dass diese schon von alleine kuendigen.

4 haben es bereits getan und der Rest haengt in der Luft, bekommt nicht die Moeglichkeit ihrem Fall Gehoer zu verschaffen. So kommt der Arbeitgeber gut weg und muss keine Abfindungen zahlen. Dieser DEAN, so nennt man Manager oberhalb der Fakultaetsleitung, hat das sogar einer der betroffenen Mitarbeiterinnen direkt ins Gesicht gesagt und seine Motivation zugegeben. Eine Absichtstat, die ungeahndet bleibt. Mir ist schlecht, und es faellt mir ungemein schwer, nicht aus meiner Wut heraus zu handeln. Was macht man mit so einem Wissen? Wir sind alle ziemlich ratlos und wollen dennoch als Counselling service Verantwortung uebernehmen.

Ich komme in diesen Situationen immer mehr ins Schleudern und frage mich, ob ich fuer so einen Arbeitgeber arbeiten will, der nichts fuer die Mitarbeiter tut und sich nicht darum scherrt, welchen Schaden solch ein absolut inakzeptables Verhalten anrichtet. Die offiziellen Papiere, die sogenannten Leitbilder, sind gedruckt und haengen ueberall aus. Die Trainings, so auch von dieser bereits erwaehnten neuen Leiterin der Beschwerdeeinheit, sind so rein gewaschen und werden so brilliant verkauft, wobei doch jeder weiss, dass das nicht im geringsten der Realitaet entspricht.

Die neueste Powerpointvortragsversion zum Leitbild und geforderten Verhalten aller Mitarbeiter beinhaltet diverse Szenarien, die Diskussionen anregen sollen, welches Verhalten ok ist und welches nicht. Da wird zum Beispiel auch gefragt, ob es richtig ist Jemanden einzustellen ohne Vorstellungsgespraech. Und da sitzen wir wieder und wissen, wie es um die reale Welt an der Uni bestellt ist und wieder ist mir zum Kotzen. Bullies werden nicht zur Verantwortung gezogen, eigentlich noch eher belohnt mit neuen Managementposten und mehr Geld, aber ohne Training. Sie haben das Recht, ihre Unterstellten in aller Oeffentlichkeit blosszustellen, ihnen ins Gesicht zu sagen, dass ihre Meinung in der Sitzung nicht zaehlt, da sie keine entsprechende Ausbildung haben.

Ein australischer Autor hat ein Buch geschrieben, dass zu deutsch "Monster auf der Arbeit" heisst und das Bullying in allen Eben beschreibt. Er beschreibt diese 'Monster' auch als Psychopathen, bei denen das limbische System im Gehirn (durch Forschung belegt!) unterversorgt ist und es ihnen nicht moeglich ist, so etwas wie Einfuehlsamkeit, emotionale Intelligenz zu haben bzw. zu entwickeln. Gut zu wissen, nur leider wissen das die 'tollen' Manager und Akademiker nicht. Es herrscht das Denken, dass Akademiker scheinbar alles koennen, nur weil sie einen Universitaetsabschluss haben und damit den Freifahrtsschein, Schaden anzurichten und Positionen zu besetzen, von denen sie eben keine Ahnung haben, nicht die Faehigkeit besitzen und nicht bereit sind zu lernen. Diese Arroganz stinkt zum Himmel. So sieht es an der Uni aus und bestellt das Leben in einem immer mehr druck und stress besetzten Klima.

Friss oder stirb oder wie der Australier zu sagen pflegt: MY WAY OR THE HIGHWAY.

Mitarbeiter geben auf und lachen, wenn wir ihnen erzaehlen, dass sie eine offizielle Beschwerde einlegen koennen, weil es sich mittlerweile herum gesprochen hat, dass das keine Konsequenzen fuer den Verursacher hat, wohl aber fuer den, der sich beschwert. Das endet meistens mit einer freiwilligen Kuendigung. Was hilft es, darueber zu diskutieren, dass man die Wahl hat, es alles noch schlimmer zu machen, oder sich auf seine Werte zu besinnen, im Hier und Jetzt zu sein und zu akzeptieren, was man nicht aendern kann, oder zu kuendigen, oder alles einfach zu ignorieren. Die Wahl sieht eher wie Schwarz oder Weiss aus. da ist nicht viel mit Abstufungen.

Ich fuehle mich berufen, Stellung zu nehmen und habe das schon so oft getan, in Trainings, offiziell, in Netzwerksitzungen und und und. Das Problem ist, dass dies alles nur im Bereich des mittleren Management passiert und das Topmanagement Informationen uminterpretiert bwz. missachtet oder einfach ignoriert. Zahlen, die wir vom Counselling zurueck melden bezueglich der Anzahl gemeldeter Bullyingfaelle lassen da oben keinen unruhig werden.

Letzte Nacht bin ich im Traum der Gewerkschaft beigetreten und habe gekaempft. Nun, dass bringt auch nichts. Meine Gedanken richten sich eher auf die Entwicklung eines speziellen und umfassenden Counselling/Therapieprograms sowie auf die Vorbeugung von Bullying und damit verbundenen Trainings inclusive dauerhafter Coachings etc.

Nach Feierabend habe ich heute noch einen Vortrag zum Thema und zur Bullyingforschung gehoert. Die Zahlen sind so maechtig und die gefundenen Ergebnisse schreien foermlich nach einem bewussten Umdenken. Interessanterweise war keiner der Personen anwesend, die verantwortlich dafuer sind, dass Bullying so lebendig wie ein Monster ist und keine der Personen, die entsprechende Autoritatet haetten, endlich mal ein Machtwort und Konsequencen durchsetzen.

Eine Mitarbeiterin hat sich das Leben genommen, und ihr Bully sitzt nun an oberster Stelle des Beschwerdemanagement und erzaehlt allen, wie man sich zu verhalten hat. Das schreit doch zum Himmel!!!

Sunday, July 4



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Secret Place

Es gibt doch immer wieder etwas Neues zu entdecken. Der heutige Sonntag hat uns nicht nur ein wunderschoenes Wetter beschert, sondern auch eine Entdeckung der besonderen Art. Dank einer Kollegin, die in diesem Jahr eine von 40 Frauen war, die an einen geheimen Ort der Aboriginies in der Desert eingeladen wurde, erzaehlte von diesem Ort in Perth. ECHOES bietet Heilungssitzungen mit Gong und Didgeridoo an. In einem japanischen Garten findet sich ein festes Tippie, in dem diese Sitzungen abgehalten werden. Wir haben kurzerhand entschlossen, an einer Sitzung teilzunehmen und sind um eine unglaubliche Erfahrung reicher. Zu guter letzt wurde uns dann erzaehlt, dass dieses Tippie zu den sogenannten Secret Places der Indigenious gehoert und fuer diese Art von Veranstaltungen zur Verfuegung gestellt wurde. http://www.echoesgong.com/index.php



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4:0 Fussballnacht in Perth

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Saturday, July 3

Kalgoorlie - Boulder - Superpit

photo source
http://www.superpit.com.au/PhotoLibrary/OpenPit/tabid/176/Default.aspx


Wochenende und damit Entspannung auf dem Program nach intensiver Arbeit.



Donnerstag und Freitag in Kalgoorlie verbracht. Training zum Thema Achtsamkeit am Arbeitsplatz sowie Vortrag zum Thema Gesunde Arbeitsbeziehungen waren ein guter Erfolg. Zwei runde Tage voll von unterschiedlichen Workshops und Vortraegen fuer die Unimitarbeiter in Kalgoorlie und Esperance. Mittlerweile bin ich zum fuenften Mal in Kalgoorlie gewesen und habe es, trotz der ganzen Aufregung, genossen, Workshop und Vortrag zu halten. Die Kollegen sind sehr herzlich und offen fuer Neues, wenn sie auch eine rauhe und andere Sprache pflegen. Im Kern sind sie neugierig und sanft. Der Besuch ermoeglichte auch einige Wiederbegegnungen und Herzlichkeiten. Eine Kollegin von mir war mit gekommen und wir haben neben dem Program unglaublich lustige und nette Stunden miteinander verbracht.

Am Freitag haben wir uns eine Stunde frueher und zwei Stunden vor Abflug aus dem Staub gemacht und ein Taxi geordert, um endlich mal die Goldmine, den SUPERPIT, zu sehen. Bisher hatte ich das noch nicht geschafft. So haben wir eine individuelle Kurztour bekommen und einen Einblick in die gigantische Mine. Hier ein paar Bilder http://www.superpit.com.au/PhotoLibrary/OpenPit/tabid/176/Default.aspx



photo source
http://cache.virtualtourist.com/4001753-Hannan_Street-Kalgoorlie.jpg


Vor ein paar Monaten gab es in Kalgoorlie ein Erdbeben, das hier und da einige Spuren hinterlassen hat. Der Taxifahrer hat uns durch die Gegend gefahren und wir haben einen Eindruck davon bekommen koennen. Boulder ist ein kleiner Ort, ca. 5 km von Kalgoorlie entfernt und naeher an der Mine. Der Ort, der gespenstisch still aussieht, hat wohl das meiste abbekommen. Hier und da ein paar Kracks in den Haeuser, groessere Gebaeude sind noch immer gesperrt und noch nicht zugaenglich.

Sunday, June 27

This is it

Gestern, am 26. Juni sind wir vor genau vier Jahren in Perth angekommen. Die Tage bevor haben wir oft daran gedacht und dann irgendwie doch dieses Jubilaeum 'verpasst'. Wir haben nicht bewusst darueber gesprochen, uns erinnert oder Aehnliches. Dem Zufall, mehr oder weniger, haben wir zu verdanken, dass wir am Abend ausgegangen sind. Thomas hatte zu seinem runden Geburtstag Karten fuer das 'Drum Tao' bekommen, welches wir gestern in der Perth Concert Hall sehen und erleben durften. Was fuer eine Energie, die da ueber die Buehne zu uns geschwappt ist, unglaublich. Waehrend die erste Haelfte eher dem Eingewoehnen galt, sorgte die zweite Haelfte fuer atemlose und vibrierende Power. Wir haben anderthalb Stunden japanischen Trommlern zu gehoert und zu gesehen; ein bisschen Flair von Geishas und traditioneller Musik in die Moderne uebertragen. Absolut fantastisch. Somit wurde diesem besonderen Tag ein Zeichen gesetzt. http://www.drum-tao.com/en/about/

Unser Leben hier hat sich eingewoehnt in die alltaeglichen Strukturen und Systeme. Mitunter ganz gewoehnlich wie ueberall auch und manchmal eben doch sehr besonders. Wenn wir kein neues Visum haetten, waere das jetzt die Zeit, wieder aufzubrechen und zu gehen. Jedoch ist es anders gekommen, welchen Grund das auch immer hat. Unsere Gedanken rutschen haeufig ab in die Zukunft und unsere Ideen, wo wir sein wollen. Noch immer ist das zwiespaeltig und foerdert kein klares JA zu Australien. Die Familiensehnsucht, die Vertrautheit mit dem Urgewohnten sowie das grosse Stadtleben kehren oft zurueck in Gedanken.

Unseren letzten Aufenthalt in Deutschland haben wir genossen, ausgekostet und jeden Moment aufgesogen. Familie, Freunde, Reisen, Feiern und und und sind immer noch verlaessliche Groessen in diesm Dschungel. Wenn wir dann zurueck sind in Perth, ist der Wunsch zurueck zu gehen am Staerksten und auch die Argumente. Was finden wir nicht alles, um die Zelte hier abzubrechen und neu zu beginnen. Doch dann kommen das Meer, die Sonne und der Alltag hier schneller zurueck und beginnen alles wieder in eine Art Gleichgewicht zu bringen. Es bleibt muessig.

Thomas Geburtstagsfeier war definitiv ein besonderes Highlight in diesem Jahr. Ueberwaeltigend die vielen Ueberraschungen und tief beeindruckend der Aufwand, den Freunde auf sich genommen haben, um dabei sein zu koennen. All das ist nun im Gedaechtnis und einiges davon in Bildern und Buechern verankert. Vergessen koennen wir das nicht.

Hier ist der Winter eingekehrt mit Temperaturen um den Nullpunkt in der Nacht und am fruehen Morgen. Der Stromzaehler arbeitet auf Hochtouren und rechnet ab, mit unserem Kaalteempfinden. Immerhin gibt es wenigstens etwas, womit man sich waermen kann; ueber diese Art von Energieverschwendung mag ich jedoch nicht nachdenken.

Waehrend ich schreibe, duest Thomas mit dem Mountainbike in den Huegeln rum und hat hoffentlich etwas Spass. Ich habe mich der Arbeit gewidmet, die Ueberhand nimmt und mich unter Druck setzt. Ich freue mich auf das kommende Wochenende, denn da ist eine Huerde wieder geschafft und mehr Entspannung moeglich.

Auf Arbeit geht es stetig voran. Neue Projekte und enttaeuschende Entscheidungen faerben meinen Alltag. Ein grossartiges Projekt, an der Uni ein neues Beschwerdemanagement einzufuehren, droht zu kippen. Es ist nun sehr formal geworden und die Person, die jetzt die Leitung dafuer uebernommen hat, ist alles andere als verstaendnisvoll. Die Umgangskultur wird sich nun definitv nicht aendern und die Chance gerade das zu tun, ist so eben mal vom Tisch gewischt. Es ist nun kein blosser Gedanke und Eindruck mehr, wie hier mit tiefer gehenden Prozessen und Entwicklungen umgegangen wird. Wenn der Druck zu hoch ist, wird mal eben einer abgesetzt und ein Neuer uebernimmt. So wie in der Regierung geschehen. Thomas meint, dass das in Deutschland nicht anders ist. Habe ich das vergessen? Ich erinnere, dass unfaehige und untrainierte Leute an den Hebeln der Macht sitzen. Bin ich naiv zu glauben, dass die Art und Weise des Umgangs mit Problemen dennoch eine andere ist? Werden diese Leute auch so schnell vom Stuhl gekickt und eben mal so ersetzt? Stoff fuer Nachtdiskussionen; nur leider gibt es hier wenig Moeglichkeiten darueber zu philosphieren. Irgendwie scheint das keinen zu interessieren. Muss mein Hirn also alleine weiter gruebeln.

Nur noch ein Nachwort zu der neuen Person an der Uni, die das Beschwerdemanagement umkrempelt. Es gibt 12 Faelle, in denen sie des Mobbings beschuldigt wurde und ein Selbstmord aufgrund des Mobbings. Das ist nicht rein interpretiert, sondern das sind harte Fakten. Unser Chef und meine Teamleiterin sind zur Unterstuetzung in dieses Arbeitsteam gegangen, nachdem die Nachricht eine Schockwelle ausgeloest hat. Meine Teamleitern erzaahte, wie entsetzt sie war, als diese besagte Peron (noch einmal bemerkt Fakultaetsleiterin und Ursache!) das mal eben so abgetan hat und es nicht fuer notwendig erarchtet hat, am Debriefing teilzunehmen. Welche Zeichen werden mit solchen Entscheidungen damit gesetzt? Es ist eine Einladung an all diejenigen, die aehnlich mit ihren Kollegen umgehen und ein Freifahrtsschein ohne Konsequenzen.

Und dann sehen wir die Mitarbeiter der Uni taeglich, sich darueber beschwerend, leidend und im Stress, der erhebliche gesundheitliche Folgen hat. Was sollen wir denen vermitteln, was soll ich in all den Trainings zum Thema Konflikte und co tun, um die Leute in Handlungsfaehigkeit zu bringen, fuer sich gerade zu stehen, das Gelernte anzuwenden etc? So bleibt der Ansatz der Achtsamkeit und das Lernen im Hier und Jetzt zu sein, das Lernen, gesunde Entscheidungen zu treffen und die Aufmerksamkeit zu managen. Eine grosse Herausforderung, denn unser Umfeld ist gepraegt vom Rationalen und wenig achtsamen Umgang miteinander.

Thursday, June 24

News

Out of the sudden ...
gab es gestern eine Ansprache von Kevin Rudd, der aufgrund fehlender Unterstützung in seiner Regierungsparty angeboten hat, sich einer Stichwahl mit Julia Gillard zu stellen. Sie ist die Innenministerin, gleiche Party, und soll die Regierungsposition übernehmen. Gestern noch war Rudd ziemlich zuversichtlich in seiner Erklärung, dass er die notwendigen Stimmen erhalten wird. Heute morgen dann ist er zurück getreten und Julia hat übernommen. Es kommt einem vor wie ein Putsch und irgendwie sind diese Machenschaften denen eines Dritte Welt Landes ähnlich. Es gab erhebliche Kritik an seiner Art und Weise hinsichtlich seiner zentralistischen Haltung sowie die Unfähigkeit, schneller mehr zu erreichen. Wir erleben seit Wochen die Diskussion um eine Superbesteuerung der Mining Firmen und sehen täglich Werbungen von der Regierung für den Sinn und Antiwerbungen von diesen Firmen. Wie auch immer, sicher war dies das iTüpfelchen und nun hat mal eben jemand anders übernommen. Da Frau Gillard nicht per offizieller Wahl gewählt wurde, wird sie auch nicht in die Lodge in Canberra einziehen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis sie es dann doch tut und vielleicht ist der Schaden so groß, dass es vorgezogene Wahlen gibt.

Wir streben unserem vierjährigen Aufenthalt in Australien zu und haben unglaublich viele Erfahrungen sammeln können. Noch immer beschäftigt uns, wie der mittelfristige Plan aussehen soll und damit verbunden, wo wir leben und arbeiten wollen. Es bleibt spannend im Spektrum zwischen Unentschlosseneit und klaren Vorstellungen in gewissen Momenten.

Saturday, May 15

Crispy

7:30 morgens in der frueh am Samstag. Seit Tagen hat die Kaelte Perth erreicht mit Temperaturen um die 3 Grad am morgen und auch schon mal ein Hinweis im Auto, dass es zu glaette kommen kann. Ich kann mich nicht erinnern an diese Form von Kaelte hier in Perth. Also muss schon mal die Muetze auf den Kopf und die Handschuhe liegen in Griffnaehe. Das Haus hat etwas von Urzeithoehle, denn die Kaelte macht auch hier keinen Halt. So haben wir also die letzten beiden Tage schon mal die "Heizung" angemacht. Schlafen geht nur in Vollmonktur und zusaetzlicher Decke. Ich komme mir vor wie im Winterferienlager, wo die Heizungen ausgefallen sind.

Es hat aber auch eine schoene Seite. Morgens liegt der Nebel wie ein Mantel auf dem ausgetrockneten See in unserer Naehe und die Sonne klettert im Hintergrund den Horizont hinauf. Ein herrlicher Anblick von Frische, Erneuerung und Frieden umhuellt diese Stimmung. Die Kulisse der City ist im Hintergrund zu sehen, was das ganze noch etwas mystischer erscheinen laesst.

Das heutige Laufen hat den Atem sichtbar gemacht und immer ein Stueck vor mir her geschoben. Das Eintauchen in diese Stimmung hat etwas ordnendes im Kopf und bringt klare Gedanken. Das Gefuehl am Ende ist wie immer ein sehr schoenes und sorgt fuer einen super guten Start in das Wochenende.

Wir naehern uns so allmaehlich den 4 Jahren hier in Perth. Eine unglaubliche Reise scheint dem Ende nahe zu kommen und sorgt fuer Gedanken ueber die Zukunft, unsere Zukunft.

Tuesday, March 23

Unwetter in Perth

http://www.stern.de/panorama/hagelsturm-ueber-perth-wenn-in-westaustralien-die-welt-untergeht-1552989.html
http://www.perthnow.com.au/news/traffic-alert-after-storm-hits-scores-of-traffic-lights/story-e6frg12c-1225844121008

Montag, 3.30 am Nachmittag, frueher Feierabend, endlich nach Hause. Was mit einem tollen Gefuehl begann endete in Schrecken und Chaos. Ich bin auf dem Freeway, wie viele andere, vom Hagelsturm ueberrascht worden und befand mich in der Falle. Es gab kein Ausweichen, nichts war zu sehen, nur das schreckliche Geraeusch, also ob jemand das Auto mit Steinen beschiesst. Der Hagel hat fuer ziemlichen Schaden gesorgt und Pupsi ist maechtig verletzt. Ich habe unglaublich Angst gehabt und bin froh, koerperlich unbeschadet nach Hause gekommen zu sein. Dort hat mich dann ein dunkles Haus erwartet, kein Strom fuer die naechsten 24 Stunden. Das alles war nur ein leichter Geschmack von dem, was so viele andere Menschen durch Erdbeben, Tsunamis oder Krieg durchmachen muessen. Grausam!

Saturday, January 16

Trauer







Nun bist Du fort gegangen, hast Dich entschieden los zu lassen und hoffentlich Erloesung gefunden. 97 Jahre voller Leben, Familie, Erfahrung, Freude und Erinnerung nimmst Du mit Dir. Wir haben einen Teil davon mit Dir gemeinsam erleben koennen, Spass gehabt, gelacht und ueber Deine alten Zeiten gesprochen. Wir haben gehofft, dass Du immer bleiben wirst und gewusst, dass das nur die Hoffnung auf etwas Aussergewoehnliches war.

Wir erinnern uns an die Gespraeche und Fragen ueber Australien, an Dein Staunen im Gesicht und Deinen kritischen Gedanken. Wir erinnern uns, dass wir Dir unbedingt eine Aufhaengung fuer den Fernseher im Schlafzimmer anbringen wollten und wie standhaft Du Dich dagegen gewehrt hast. Wir erinnern uns an Dich immer auf dem neuesten Stand der Dinge bezueglich Politik und dem Weltgeschehen, sitzend auf Deinem Fernsehsessel und verbunden mit der Welt. Wir erinnern uns daran, wie stolz Du warst, bald oder schon die Aelteste in der Gemeinde zu sein. Wir erinnern uns an Dich, auch mal ein Glaesschen Rotwein mit uns getrunken zu haben. Wir erinnern uns an Dich und wie Du Dein weisses Haar getragen hast und mit Hilfe darauf geachtet hast, dass es sitzt unter dem Haarnetz. Wir erinnern so viele kleine und grosse Begebenheiten, die wir nicht vergessen und sind dankbar, diese in unserem Inneren zu tragen.

Du konntest nicht mehr darauf warten, dass wir uns noch einmal sehen, das hast Du lange getan. Im Oktober 2009 haben wir das letzte Mal nebeneinander gesessen, von Angesicht zu Angesicht gesprochen und erzaehlt. Und dann mussten wir wieder Abschied nehmen, haben Dich umarmt und 'Tschuess Oma', 'Bleib gesund' und 'Pass auf Dich auf' gesagt. Die Nachricht, dass Du gestorben bist, hat uns ins Mark getroffen. Ein Teil im Herzen ist zerbrochen und nur die Zeit wird helfen, damit umzugehen. Liebe Oma Sofie, wir haben Dir Blumen gekauft und gute Gedanken geschickt, nicht wissend, ob Du diese Art der Verbindung spueren wirst. Wir glauben daran und wuenschen Dir, dass Du Deinen inneren Frieden gefunden hast.
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Saturday, January 9

Neuseeland 2009_10

webalbum neuseeland 2009_10


ACHTUNG. Dies sind ungefaehr 350 Bilder. Es sind noch nicht alle Bildunterschriften fertig. das wird morgen aktualisiert.

Dennoch: Viel Spass beim Ansehen.

Friday, January 8

Im Land des Herrn der Ringe – Neuseeland 2009

Was haben wir hin gefiebert auf diesen Urlaub am Ende des Jahres in eines der schönsten Länder dieser Erde. Jeder bereitet sich unterschiedlich darauf vor, einige planen sehr genau wo und wann sie ihre Rast machen werden und andere, wie wir, fahren einfach drauf los. Das haben wir schon immer so gemacht und lässt uns einen immensen Spielraum bezüglich der Orte, an denen wir dann länger verweilen wollen. So auch dieses Mal; natürlich haben wir den Lonely Planet (Reiseführer) gewälzt um zu wissen, was wo ist etc. Selbstverständlich nutzen wir die Vorbereitungen, um unsere Outdoorkleidung aufzustocken, um somit auf jede Wetterlage vorbereitet zu sein. Außerdem haben wir im Voraus einen Campervan gebucht, in dem wir auf der Südinsel fahren wollen. Es kommen dann doch so ein paar Kleinigkeiten zusammen, die vorbereitet sein müssen.

Unsere Energie war absolut am Boden und unsere Nerven erschöpft vom vielen Arbeiten, so dass die Hinreise ein wenig strapaziöser war, als gedacht. Das Ankommen in Neuseeland begann mit einem ersten Scheck meiner Wanderschuhe bei der Einreise. Ich musste sie tatsächlich auspacken, da ich nicht angegeben hatte, dass diese im Gepäck sind. Das hätte mal eben 200 Dollar kosten können, wenn sie dann auch nicht sauber gewesen wären. Der Grenzpolizist befühlte die Sohle und krümmelte ein paar hängen gebliebene tote Erde ab. Dann gab es noch ein „DU DU“ und auch der Hinweis, dass das ab 2010 400 Dollar Strafe kosten wird. Der erste Schrecken vorbei.

Vom Flughafen dann zum Autovermieter, um den Campervan abzuholen, es blieben 30 Minuten, um das zu erledigen und aufgrund, dass es halb fünf Sonntagnachmittag war, haben wir dann die Camperstühle und einen Tisch gratis bekommen. Eine Flasche Wein von der netten Dame, die einfach nur nach Hause wollte gab es dann noch und dann sind wir losgerauscht. Noch einkaufen im Supermarkt und los. Das Wetter war sehr europäisch, Regen im Sommer.

In Akaroa, südlich von Christchurch, angekommen sollte es dann gleich um zweiten Schocker kommen. Die Straßen und Kurven sind ziemlich eng in Neuseeland, so dass man wirklich aufpassen muss, wo man fährt. Thomas hat uns gut zum ersten Ziel gefahren, aber einen entgegen kommenden Fahrer wohl etwas erschrocken, als wir mit unserem Camper um die Kurve kamen. Dieser ist dann gleich beinahe frontal in einen Zaun gefahren. Das Auto sah ziemlich hin aus und wir waren beide besorgt, dass wir auch gleich noch erste Hilfe leisten mussten. Dann jedoch stieg der Fahrer aus, der ziemlich betrunken war. Uns traf keine Schuld, dennoch blieb ein mulmiges Gefühl, da der Zaun- und Hausbesitzer keine Polizei rufen wollte.

Dann endlich den Campingplatz gefunden und erleichtert, dass wir hier bleiben können. Wie gesagt, wir hatten keine Campingplätze vorgebucht wissend, dass Weihnachten, Ferien und Jahreswechsel für Engpässe hätte sorgen könnte. Um das schon vorweg zu nehmen, wir sind überall untergekommen und mussten nicht wild campen, obwohl das auch gegangen wäre. Mit unserem Bus waren wir recht unabhängig, Dusche und Toilette waren diesmal mit eingebaut. So dass wir problemlos irgendwo hätten campen können. Die Toilette blieb ungenutzt, die Dusche kam zweimal zum Einsatz.

Wie auch immer. In Akaroa haben wir erstmal geankert, die klare und saubere Luft geatmet, eine wunderschöne Wanderung unternommen und die spezielle Atmosphäre im Ort genossen. http://neuseeland-journal.de/canterbury-highlights/akaroa.html

Unsere erste Wanderung zum Stony Peak war von Sonnenschein begleitet und stetigem Anstieg. Kurz nach dem Start kamen die ersten Hüftschmerzen, die sich beizeiten zu einer echten Herausforderung heraus kristallisierten. So ist das also, wenn die 40iger Grenze überschritten ist  Der Anstieg wurde immer mühsamer, aber ich wollte unbedingt weiter und hatte somit durch die Schonhaltung im Knie Schmerzen bekommen. Der Abstieg muss für den Beobachter kurios ausgesehen haben, denn zum Schluss bin ich rückwärts die Straße runter, die einfach nicht gerade werden wollte. Diese erste Wanderung hat mich dann ca. 2 Tage Ruhe gekostet, um die Schmerzen zu lindern und das Gehen wieder einigermaßen flüssig aussehen zu lassen. Mal abgesehen vom hinzu gekommenen Muskelkater.

Am Lake Tekepo http://de.wikipedia.org/wiki/Lake_Tekapo haben wir in den Hot pools gesessen, was der Linderung gut getan hat. Ein bisschen Voltaren und fit war ich wieder, wenn da nicht die heftige fünftägige Erkältung gekommen wäre. Ist denn das zu fassen? Schmerzen wurden zu meinem Wegbegleiter, dennoch habe ich soweit wie möglich alles mitgemacht. Ein Iceclimibing am FoxGlacier für 8 Stunden habe ich nicht machen können, da ich kaum Luft holen konnte. So haben wir es bei weniger schwierigen Wanderungen, die es dennoch ziemlich in sich hatten, belassen. http://de.wikipedia.org/wiki/Fox-Gletscher

Am Mt Cook haben wir die zweite Wanderung gemacht, die wir an der Schneegrenze abgebrochen haben aufgrund des Wetters aber auch wegen meiner Schmerzen. Dennoch sind wir 800 Höhenmeter gewandert. Eine wunderschöne Natur and Anblick belohnten uns für die Mühe. Am Fuße des größten Bergs in Neuseeland haben wir zwei Nächte gecampt und den absolut wunderschönen Sternenhimmel aus unseren Camper sehen und beobachten können. http://en.wikipedia.org/wiki/Aoraki/Mount_Cook

Unsere Reise begann in Christchurch in den Süden über Mt Cook zum FoxGlacier und Queenstown, wo wir in Glenorchy unseren nächsten Stop hatten und eine Jetboat Cruise gemacht haben. Zauberhafte Kulisse und sehr Herr der Ringe verdächtig. Hier wurden viele Szenen für den Film gedreht und natürlich schläft die Tourismusbranche nicht und bietet diverse Touren zu Drehorten an. Wir haben unsere eigenen Entdeckungen gemacht und genossen. Auf unserer Karte waren die Drehorte eingezeichnet und so haben wir uns auf die Spuren begeben und sind auf Vierradantrieb Strecken gefahren, die definitiv nicht für den Camper geeignet waren. Mussten das abbrechen, da die Fahrrinnen zu tief wurden. Die Jetboattour hat uns dann auf dem Wasser an zwei Orten an Szenen im Film erinnern lassen.

Queenstown ist die Stadt der durchgedrehten Attraktionen und für den, der es nicht wusste, die Stadt des Bungee Jumpings. Wir haben natürlich zugesehen und überlegt, es aber dabei belassen. Es war einfach zu viel los und zu viele Leute, die bereits in der Schlange standen, um den Sprung in die Tiefe zu wagen. Man kann ja nicht alles machen  Guckst Du hier: http://www.myvideo.de/watch/4634149/Bungee_Jumping_Neuseeland
Der älteste Springer war 94 Jahre alt!

Mein Reisetagebuch ist voll von Eindrücken und Orten, die wir bereist haben. Es erzählt auch davon, wie oft wir Neuseeland mit Perth verglichen haben und wir oft überrascht waren, wie liebevoll und gedankenvoll Restaurants und Cafes eingerichtet waren. Christchurch mit 400000 Einwohnern ist wesentlich belebter als Perth es jemals sein wird. Die Gastronomie hat einiges zu bieten und das Essen ist der Kracher!

In Queenstown mussten wir entscheiden, ob wir zum berühmten Milford Sound fahren oder in den Norden. Die Fahrt dorthin war eine Einwegstraße (ungefähr 300 km), also musste das ganze auch wieder zurück gefahren werden und lag nicht auf dem Weg. Wir entschieden noch einmal nach Neuseeland zu reisen und dann den Wanderweg über mehrere Tage zu machen und sind in den Norden weiter. FoxGlacier, bereits erwähnt und weiter Richtung Punakaiki. http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/17854165

In Punakaiki bot sich das Meer von seiner rauesten Seite, wir haben dort gut beobachten können, wie das Meer stetig daran arbeitet, die Küstenstruktur zu formen. Einfach gigantisch. Was aber noch überraschender war, war der Regenwald, der sich dort auftat. Im Leben habe ich nicht an Regenwald gedacht, wenn ich über Neuseeland gesprochen habe. An der Westküste regnet es doppelt so viel wie an der Ostküste der Südinsel. Das Klima ist eher subtropisch und bietet eine wunderschöne Waldlandschaft, durch die wir gewandert sind. Wir sind durch Flüsse gewandert und über Moos bewachsenen Steine zu einer Felsengrotte. Das herrliche war, dass wir uns keine Sorgen um irgendwelche gefährlichen Tiere machen mussten, denn die gibt es in Neuseeland nicht. So wurde diese Wanderung zu einer der Schönsten überhaupt.

Thomas hatte einen Wanderstock aufgetan, der uns bei der Durchquerung der steinigen Flüsse half. Auf dem Rückweg habe ich dann auch einen Stock gefunden, der nicht lange hielt und ich auf allen Vieren im Wasser landete. Was für ein Spaß!

Sylvester haben wir am Strand in Punakaiki bei einem selbst gemachten Lagerfeuer, Vollmond und Meeresrauschen verbracht. Wir haben all unseren Frust verbrannt und jedes Stück Treibholz benannt und ins Feuer geworfen. Wundervoll.

Unsere Reise hatte bereits die Hälfte hinter sich und führte in den Norden der Südinsel nach Picton. Wir wollten unbedingt noch die Fjorde und Scheren sehen und eine Kajaktour machen. Letztendlich haben wir mit dem Postboot diese Gegend erkundet, Leute von den einsamen Inseln wieder abgeholt, oder nur Post ausgetauscht oder andere Wanderer in die einsamen Gegenden gebracht. Natürlich haben wir das nicht gemacht, sondern erleben dürfen, in dem wir mit diesem Boot vier Stunden mitgefahren sind. http://de.wikipedia.org/wiki/Picton_%28Neuseeland%29

Am Ende haben wir noch zwei Tage in Christchurch im Hotel gewohnt, bevor wir dann nach Sydney geflogen sind und dort Großstadtatmosphäre geschnuppert haben.

Bilder werden bald folgen, müssen aber erst ausgewählt werden aufgrund der Masse an Bildern, die wir geschossen haben.

Euch allen ein gesundes neues Jahr!

Friday, December 18

Merry Christmas

Morgen um diese Zeit sind wir schon am Flughafen auf dem Weg nach Neuseeland. Endlich.

Wir haben uns beide den Urlaub herbei gesehnt, um endlich mal wieder weg zu kommen und eine Distanz zur Arbeit und zu Perth zu haben. Die letzten vier Wochen haben wir ziemlich geschuftet, vor der Arbeit, nach der Arbeit und an den Wochenenden. Heute sind alle Aufgaben erledigt und alle, die gerne noch etwas mehr haetten muessen sich nun bis zum naechsten Jahr gedulden. Thomas und ich haben abgemacht, unsere Arbeitsemails nicht zu lesen. Da wird es sicher einiges an Ueberraschungen geben, wenn wir zurueck sind.

Ich habe gestern einen Mediationsreport praesentiert, auf den ich Wochen hin gearbeitet habe. Die Daten keonnen sich sehen lassen und machen Eindruck. Die Resourcen sind nun voll ausgeschopeft und die Uni muss entscheiden, wie sie diesen Service finanziell unterstuetzen will. Ein spannende Angelegenheit, den Konflikte sind bekanntlich nicht erwuenscht. Das sie unvermeidbar sind, will nur schwer in die Koepfe der Meachtigen. Das sie krank machen und durchaus fatale Folgen haben ist ebenso weniger von Bedeutung. Die Zahlen sprechen eine beeindruckende Sprache. Die Konflikttthemen auch, Mobbing ist mit an erster Stelle. Bekanntlich ist dieser Teil meiner Arbeit sehr wichtig fuer mich und ich habe immer noch so einigen Idealismus, den ich noch nicht aufgeben kann. Im Idealfall wird sich meine vorgeschlagene Vision von einem umfassenden Konfliktmanagementkonzept umsetzen.

Die klinische Arbeit war zum Ende des diesigen Semester ebenso intensiv und anspruchsvoll. Auch in diesem bereich stehen einige Veraenderungen im kommenden Jahr an. Die Uni wird einen neuen Schwung Studenten bekommen, die aus den unteren sozialen Schichten kommen und denen somit Bildung ermoeglicht werden soll. Der Staat hat dafuer einiges an Geld zur Verfuegung gestellt. Wir erwarten einen imensen Zuwachs und muessen uns darauf einstellen, noch mehr Klienten zu sehen.

Nun aber Schluss damit, jetzt ist erstmal Urlaub. Wir werden auf die Suedinsel von NZ fahren und dort mit einem kleinen Camper unterwegs sein. Weihnachten verbringen wir somit also wieder auf der 'Strasse', wie schon so oft. Die Kulisse wird uns entschaedigen und hoffentlich gut ablenken, wenn die ein oder andere Sehnsucht nach Hause uns versucht einzunehmen. Auf der Rueckreise verbringen wir noch zwei Naechte in Sydney und lassen somit unseren Urlaub ausklingen. Am 7. Januar kommen wir nach Perth zurueck.

Ihr lieben, wir wuenschen Euch frohe Weihnachten, Ruhe und Entspanntheit, Achtsamkeit und wundervolle Momente des Seins. In diesem Sinne MERRY CHRISTMAS. Wir werden Euch allen 12 Stunden voraus sein und schon im neuen Jahr angekommen sein, waehrend Ihr Euch auf den Countdown vorbereitet.

Monday, November 30

Atze, die Katze

Wenn das K noch zu schwer ist, ausgesprochen zu werden, dann muss es eben auch ohne gehen. Solch bewusste Entscheidung trifft jedoch ein kleiner Junge nicht, sondern spricht einfach aus, was aus dem Mund kommt, da das Sprachzentrum dieses noch nicht in die korrekte Form umzuwandeln vermag. So wurde aus einer noch nicht bzw. sich entwickelnden Faehigkeit so mancher Scherz gemacht. Die Katze und der Baer, enge Wegbegleiter des kleinen Karl, sind mit ihm in die Welt hinaus nach Down Under gereist. Sie haben gar keine Probleme bezueglich der Sprache, denn sie geben keinen Ton von sich. Karl weiss, was die Bezeichnungen fuer diese beide ‘Plueschtiere’ ist, so nimmt er das mit der weiteren Namensgebung auch nicht ernst, sondern bezeichnet sie mit dem was sie sind. Baer und Atze, denn das K rutscht noch nicht so raus. Thomas machte sich einen Spass daraus und klein Karl ist darauf eingestiegen. Voller Inbrust rief er ATZE und wir alle hatten unseren Spass. Dieses Strahlen in den kleinen Augen und dieses dazu gehoerige Laecheln waren zuckersuesse Randbegleiter dieser Kommunikation. Wahrscheinlich wird das K bald flutschen und dann heisst Atze wieder Katze, aber die Katze hat dann einen Namen bekommen – naemlich Atze.

Unsere Freunde sind mittlerweile fliegend auf der Rueckreise nach Deutschland, sie werden irgendwo zwischen diesen Welten sein und hoffentlich einen weniger anstrengenden Flug haben. Vier Wochen sind schnell vergangen und dennoch scheint unser gemeinsamer Abflug in Hamburg nach Perth gefuehlt viel weiter weg.

Abschiede sind nach wie vor eine grosse Herausforderung, gerade, wenn uns Besuch ‘verlaesst’. Wir wurden wieder in unser einsames Zweisamsein katapultiert und hatten zu tun, den Schmerz anzunehmen und die Gedanken, die konditioniert damit verbunden sind, zu zu lassen, aber nicht uebermaechtig werden zu lassen. Manchmal ist das alles einfach nur grausam. Das Gute ist, dass wir uns darauf verlassen koennen, dass derart intensive Gefuehle nicht unser Leben bedrohen und auch wieder abklingen.

Sunday, November 22

Heimat

heimat

Paris Memories

paris 2009

Summer 2009

25 Grad, Wind, Sonne und blauer Himmel. So ganz vertraue ich dem Frieden nicht, denn letzte Woche hat es immer noch hier und da geregnet, während im weiteren Australien die ersten Hitzwellen gemeldet wurden. Hier soll es nun auch bald kommen, ich weiß gar nicht mehr wie das ist.

Im unruhigen Alltag schiffen wir unsere Nerven und machen den Rücken krum für die ein oder andere Belastung, die unerwartet auftaucht, Energie kostet und dann wieder verschwindet. Denke ich, nun ist es aber mal gut, geht es im nächsten Atemzug schon weiter. Ich übe Actsamkeit mit jedem Moment und kann das zumindest retrospektiv immer wieder abspulen, wenn es mal wieder schwerer wird.

Ein Noteinsatz am Freitag an der Uni hat mich ziemlich im Griff gehabt und darüber hinaus die folgenden Nächste sowie das Wochenende. Hinterher bin ich in meinen Klientennotizen und habe noch so einige weitere Aufgaben unerfüllt in meinem kognitiven Speicher.

Der Freitag strebte dem Ende zu und ich wog mich schon in sicheren Gewässern, als der Sicherheitsdienst der Uni bei uns anrief und um Unterstützung bat. Eine Studentin, uns mittlerweile bekannt, und gerade aus der Psychiatrie entlassen, erschien mit einem großen Hund in einem der Fakultäten und war etwas verwirrt. So bin ich dann über den Campus und habe einen der Wachmänner getroffen und weitere Informationen bekommen. Ein beklemmendes Gefühl machte sich breit, ich wusste nicht, was das für ein Hund war, vor allem aber in welchem psychischen Zustand sich diese Studentin befand. Ich konnte sie überzeugen, mit mir zu kommen und der Wachsutz ist dann erst mal mit dem Hund, einem Haski, spazieren gegangen. Stunden später voller Unruhe in meinem Büro habe ich die junge Frau dann abholen lassen von ihrem Freund. Am Montag werde ich sie dann hoffentlich nachmittags wohlauf wiedersehen. Ich hasse diese Entscheidungen und Momente. Unglaublich, dass ich darüber hier schreibe. Es beschäftigt mich eben immer noch.

Ich fühle mich schon wieder urlaubsreif und beginne die Wochen runter zu zählen, bis unsere Reise nach Neuseeland endlich beginnt. Ich kann es kaum noch abwarten.

Was macht die Welt da draußen? Liebe Freunde, ich hoffe, dass es Euch allen gut geht und ihr auf Euch achtet. Herzliche Grüße aus Perth.

Monday, November 9

Zehn und elf 2009

2009 - ein Jahr mit vielen Jubiläen, zum Beispiel unser 5jähriger Hochzeitstag, mein 40igster Geburtstag und 20 Jahre Mauerfall, 3 Jahre Perth, um einige davon zu nennen. So hat jedes Jahr seine besonderen Momente voll gepackt mit guten und schlechten Erinnerungen.

20 Jahre Mauerfall - Ohne dieses Event und die ein Jahr später offizielle Wiedervereinigung wären Thomas und ich definitiv nicht in Perth. Wir verfolgen gespannt die deutschen Nachrichten und Berichterstattungen und haben dieses Tag gemeinsam verbracht.

Ursprünglich wären wir im Süden von Perth unterwegs gewesen, aber Thomas hat eine Grippe bekommen und musste alles absagen. Unseren Urlaubstag haben wir genutzt, um das Schiff der Sea Sheperd, einer Umweltorganisation, die gegen den japanischen Walfang aktiv ist, zu besichtigen. Die 'Steve Irwin' liegt in Fremantle und lädt zu einer geführten Tour an und unter dem Deck ein. In ein paar Wochen wird dieses Hochseeschiff auslaufen, um die japanische Walfangflotte ausfinding zu machen. Wer mehr darüber wissen möchte kann sich unter dem folgenden Link belesen und auch Videos anschauen:

http://www.seashepherd.org/whales/whale-wars.html
http://animal.discovery.com/tv/whale-wars/
http://de.wikipedia.org/wiki/Sea_Shepherd

Unseren Urlaub und meinen 40igsten Geburtstag haben wir in Paris, Berlin und Güstrow verbracht. Mein rotes Reisetagebuch hat alle Erlebnisse aufgesogen und wird mir eine wichtige Gedächtnisstütze sein. Es war so unglaublich vielfältig, ein Höhepunkt jagte den Anderen. Ich fühlte mich wie im Rausch. Einige Momente waren so speziell und besonders, ich war überwältigt davon. Euch Freunde und Familie in Berlin zu treffen und einen netten Abend miteinander verbringen zu können, war ein Highlight der besonderen Art. Diese Reise und dieses Wiedersehen haben sicher auch dazu geführt, dass ich die Verbundenheit zu Perth verloren habe. Angekommen in Australien fühlte ich mich vollkommen leer. Das war diesmal nicht das klassische Heimwehgefühl, das war mehr. So richtig kann ich es noch nicht greifen und identifizieren, was das bedeutet. Ich beobachte noch.

Bilder folgen.

Friday, September 25

PUPSI





PUPSI

Eigentlich ist es nichts Besonderes ein Zweitauto zu haben. Aber für mich und uns bedeutet es nun mehr Flexibilität und keine "Zweikämpfe" mehr darum, wer wann das Auto hat. Innerhalb einer Woche konnten wir eine Entscheidung treffen und sind nun um ein "Mitglied" unseres Lebens reicher. Pupsi rettet uns aus der Starre und bringt eine Menge Freude.

Tuesday, September 15

Regnerischer Beginn des Frühlings

Die Seen haben sich kräftig mit Wasser gefüllt und es scheint, als ob es ihnen noch nicht genug ist. Sie sind immer noch durstig und nehmen gerne auf, was da vom Himmel kommt. Nicht mehr lange, dann müssen sie davon zehren und sich über den Sommer so lange wie möglich halten, um den darin lebenden und auf dem Wasser schwimmenden Wesen so lange wie möglich ein Verweilen zu ermöglichen.

Wir haben es allmählich satt und wünschen uns nichts sehnlicher als Sonne satt. Aber das ist doch irgendwie sehr egoistisch im Großen und Ganzen betrachtet. Da das sowieso außerhalb unserer Kontrolle liegt, akzeptieren wir das.

Ein Vorteil des Regens ist, dass man nicht unbedingt dauernd vor die Tür gehen muss. Ich erinnere mich noch, als wir angekommen sind hier in Australien, da hatte ich den Eindruck, dass es nur Nachts regnete und die Wochenenden sowie immer schön waren. Vielleicht war das ja auch so. Es ändert sich eben über die Zeit. Thomas sagt gerade, dass 2006 eines der trockensten Jahre war.

Am Wochenende ist wieder ein Wal gestrandet, der mit der Brandung gekämpft hat. Er hat den Weg zurück ins Meer nicht geschafft. Schlussendlich ist er verendet. Gruselig mit anzusehen, wie sich so ein Tier quält und keiner kann es retten. Es wird seinen Grund gehabt haben, warum es gerade jetzt dem Meer den Rücken gekehrt hat. Deshalb gab es auch keine große Hilfsaktion, das Tier wieder ins Meer zurück zu bewegen.

Die Wochen fliegen so dahin und nicht mehr lange werden zwei Wochen davon in Europa so dahin fliegen. Die Vorfreude steigt auf den bevorstehenden Besuch und auf all die Begebenheiten, die wir erleben werden. Mit unseren Familien feiern, lachen, unbeschwert nebeneinander verweilen, mit unseren Freunden einen gemeinsamen Abend in Berlin verbingen, in Paris spazieren und flanieren. Hört sich nach einer runden Sache an.

Wir haben unseren Weihnachtsurlaub geplant, der uns dieses Mal nach Neuseeland führen wird. Bis dahin sind noch neben der Reise nach Deutschland einige kleinere Events zu genießen.

Die Arbeit fließt ebenso dahin und birgt so manch unvorgesehene Überraschungen. Einige Klienten kommen, trotz ihrer Grippen und Mißachtung diverser Hinweisschilder, zu uns in die Therapie und sorgen dafür, dass die Viren sich gut verbreiten. Eine Klientin, die vor einigen Monaten nach Italien gezogen ist, hat mir eine Postkarte geschrieben. Eine wirkliche Überraschung, die da unverhofft in meinem Postfach lag und nur für mich bestimmt war.

Letztes Wochenende waren wir zu einer Filmpremiere, eine Aborigini Komödie, die erste dieser Art. Häppchen und Getränke sowie die Nachsprechung des Films mit Hilfe der Anwesenheit der Schauspieler, des Regisseurs und des Produzenten umrahmten das Geschehen. Ein bißchen Kunst und Kultur. In der Art Gallerie ist gerade eine Fotoausstellung zu sehen, die hauptsächlich Luftaufnahmen von Westaustralien sind. Wunderschön.

So ergibt sich der Schluß, dass man findet was man sucht, wenn man sich auf den Weg begibt.

In Thomas Firma haben sich die Bosse erstmal kräftig Gehaltserhöhungen gegönnt, wobei die Firma im letzten Finanzjahr kräftigen Verlust gemacht hat. Klingt irgendwie unlogisch. Vor allem aber ist es ein Hohn auf ganzer Linie. Die Firma besitzt eine KTM, die bis gestern noch an Denjenigen gehen sollte, der das Höchste dafür bietet. Thomas hatte sich schon ein Limit dafür gesetzt. Heute hieß es, dass das Motorrad offiziell verkauft, also nicht versteigert, werden soll. Die Firma scheint in Geldnot zu sein. Wie soll man das alles noch begreifen.

An der Uni werden derzeit auch Gehaltserhöhungen verhandelt. Morgen ist zum ersten Mal ein Streiktag einberufen worden. Gewerkschaftsmitglieder werden die Arbeit niederlegen. Wenn andere Mitarbeiter das auch machen wollen, dann müssen sie einen Urlaubstag nehmen.

So ergibt sich der Schluß, dass man logische Zusammenhänge einfach außer Acht lassen kann, so lange bis es nicht mehr geht. Viele bringen ihre Schafe schon mal auf den Weg ins Trockene, während andere die Lämmer draußen auf dem Feld halten. Zum Glück regnet es ja noch.

Thursday, August 20

Wir haben immer eine Wahl

Es regnet und regnet und regnet. Ich weiß nicht, wie viel Regen ich noch brauche, um endlich wieder einen Blog zu schreiben. Ich habe jetzt das Gefühl, dass das Maß voll ist. Nun denn, gebe ich mich meinen Erinnerungen und Gedanken ganz hin. Hier und jetzt treibt mich ebenso lange Weile, die ich nun nicht mehr aussitzen mag. Doch, wenn ich es mir richtig überlege und ein paar Gedanken daran vergebe, habe ich mir eigentlich genau das verdient. Zur Ruhe kommen, verarbeiten, was in den letzten Wochen passiert ist, was ich erlebt habe, wo ich war, was ich gedacht und gesehen habe und und und.

Ich fange am besten hier an und nicht Wochen zuvor. Da komme ich dann schon hin. Mich strahlen die Zeilen meiner Schwester an und ich merke, wie süchtig ich bin, von ihr zu lesen und zu hören wie es zu Hause so geht. Ich gewöhne mich langsam an den Gedanken, dass es sicher wieder etwas weniger mit den Emails wird, da allmählich vergangene Aufregungen ebben und positive Entwicklungen ihren Lauf nehmen. Gott sei dank. Ich fühle mich verbunden und bin froh, dass das nicht von Zeit und Ort abhängig ist. Ich fühle mich sicher, da ich weiß, worauf und auf wen ich mich verlassen kann.

Aus dem Nichts erreichen mich eines Montags morgen Zeilen aus Deutschland, die meinen kompletten Rhythmus aus der Bahn werfen und mich nicht zögern lassen, diese Flexibilität zu erlauben. Was muss passieren, um eine Entscheidung nach Deutschland zu fliegen, treffen zu können. Ereignisse, vor denen wir uns hier grausen und über die wir lieber nicht sprechen, da wir Angst haben sie herbei zu reden. Wie schlimm muss es unseren Lieben gehen, damit wir hier alles stehen und liegen lassen? Meine liebe Nichte musste vom Pferd fallen und sich ihren Lendenwirbel brechen. Ist das ein Grund, nach Hause zu fliegen? Für mich war es das! Und ich habe das auch gemacht. Eine Woche habe ich zwischen dem Unfall und dem Flug damit verbracht, mir diverse Szenarien im Kopf auszumalen, alles an Energie und Zuspruch über die Entfernung hinweg zu schicken. Thomas und ich haben das zuweilen zusammen gemacht. Eine unglaublich intensive Erfahrung.

Endlich zuhause angekommen, konnte ich Dich sehen. Tränen liefen über unseren Wangen als ich Dich gleich besuchen kam. Was war ich froh, gekommen zu sein und Dir Mut zu zu sprechen. Du warst darauf nicht angewiesen, denn Deine liebe Familie war um Dich. Tag und Nacht! Ich wollte Dir zeigen, wie wichtig Du bist und wichtig ich daran glaubte, dass mein Besuch Dir dies zeigen würde. Ich habe so viele Bilder in meinem Gedächtnis, so viele intensive Begegnungen, so viel Nähe, so viel Kraft wieder mit nach Perth genommen. Eine Freundin gab mir auf den Weg, all meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben, wenn ich bei Dir und bei Euch bin. So besorgte ich mir dieses kleine blaue Buch „HERE“ und begann schon in der ersten Nacht im Haus Deiner Eltern auf Englisch den ersten Eintrag zu tätigen. Einen Tag später sprechen wir über all das, was Du durchmachen musstest und musst im Krankenhaus und wie Du Dich wohl in 20 Jahren daran erinnern wirst. Ich hatte dieses kleine blaue Buch bei mir und habe nicht gezögert, es Dir zu geben, damit Du all das aufschreiben kannst. Es ist eine wunderbare interaktive Kommunikation daraus geworden. Deine Mutter und ich haben ebenfalls in dieses Buch geschrieben, wenn wir da waren, bei Dir saßen, auf Dich warteten, während Du Deine erste OP hattest und auch, wenn wir so unsere kleinen Späße getrieben haben. Es wird nun voll sein und setzt damit ein Zeichen des Besser Werdens, Deiner Genesung und des Nach vorne Blickens. Eine Woche konnte ich bei Dir sein und mir selbst dankbar, dass ich das getan habe. Ich habe viele traurige, aber auch wundervolle Momente erleben dürfen, während Du tapfer warst und daran geglaubt hast, dass alles wieder gut wird. Wir haben gnadenlos die Krankenstationen okkupiert und sicher so manche Schwester oder Arzt damit genervt. Wir habe einfach nur da gesessen, jeder in seinen eigenen Gedanken. Ich durfte erleben, wie Du, Deine Schwester, Deine Mutter und Dein Vater eine Nähe gelebt haben, die mich zu Tränen rührte. Ich war überwältigt von diesen Momenten und habe mich mit Thai Chi, dank Deiner Mutter, immer wieder erden können. Wir haben Chinapfanne zum Essen mitgebracht, da Du schon vom Hinsehen zum Krankenhaus essen satt warst. Wir haben manchmal auch gealbert, WER BIN ICH einmal gespielt und Horoskope geraten. Wir haben gelacht, geweint, gezittert und die Nerven bis zum Endlosen heraus gefordert. Wir haben Dir kurzen Shorts gekauft, da Du immer dünner wurdest und es warm war. Die Shorts waren immer noch zu groß. Wir haben gebangt, gehofft, gebetet und gedankt. Und Du? Ich habe eine Idee davon, was in Dir während all dem an Gedanken über die Nervenbahnen gerauscht sein muss. Ständig und immer wieder. Ich war und bin beeindruckt, wie Du dennoch all das gemeistert hast. Ich ziehe den Hut vor Dir.
Mittlerweile hast Du Deine zweite OP hinter Dir, bist die Schläuche los und wie ich höre, sogar befreit von den ersten Klammern. Du bist nun auf Reha und findest allmählich einen Rhythmus und Umgang mit dem, was passiert ist. Ich schicke Dir gute Gedanken und Kraft, den Mut nicht zu verlieren, die Muskeln aufzubauen und fit zu sein für die nächste Herausforderung im September. Unser Abschied war herzzerreißend und schmerzlich, zumal ich wusste, dass Dir noch eine OP und noch einmal Bangen und Angst bevor stehen. Es war schlimm zu gehen, aber gut zu wissen, wie Ihr alle beieinander wart. Im Oktober sehen wir uns wieder und Du bist wieder zu Kräften gekommen. Was ich mich darauf freue.

Einen Tag später, als mich Nachricht von Carolin’s Unfall erreicht, hat ein riesen Schutzengel über die kleine Enna gewacht. Ein Mopedfahrer verlor die Kontrolle und wirbelte dadurch die Kleine durch die Luft. Sie hatte schon ihren Fahrradhelm auf, der sicher das Instrument des Schutzengels war und sie somit heil wieder hat aufstehen lassen.

Was in kurzer Zeit alles passieren kann, ohne das wir ahnen, dass es passieren wird. Ich bin tief beeindruckt, wie wir dann in der Lage sind, solche Schicksalsschläge zu meistern und damit umgehen. Wer schreibt unseren Plan des Lebens?

In Perth zurück erwischten mich der Alltag, der Jetlag und der Winter kalt. Thomas war mein Lichtblick und Anker. Ohne seine Unterstützung wäre vieles anders gewesen. Ich bin froh, wenn auch der Anlass kein Freudiger war, die Erfahrung gemacht zu haben, nach Deutschland fliegen zu können, wenn es erforderlich ist. Es gibt mir ein wenig mehr Ruhe und Sicherheit zu wissen, dass alles machbar ist. Egal wo wir sind. Es ist immer eine Frage der Prioritäten und der Wahl. Daran glaube ich fest.

Es regnet immer noch und während ich diese Zeilen schrieb, rief meine Mutter an. Und ewig bleibt diese Verbindung, die wir nicht messen, aber spüren können.

Auf das Ihr alle gesund und achtsam bleibt.

Wednesday, July 15

Innere Rollen

Ein Monat ist vergangen. Ich frage mich, was alles passiert ist in dieser kurzen Zeit und habe Schwierigkeiten, dass alles aus dem Gedächtnis abzurufen. Immer häufiger muss ich an den Ausspruch denken "Wenn Du das nächste Mal unter der Dusche bist, dann checke, ob Du wirklich drin bist". Was bedeutet, dass ich durch den Alltag husche und mir immer wieder bewusst machen muss, im Hier und Jetzt zu sein und nicht ins Gestern oder Morgen zu rutschen, oder den nächsten Moment bereits im Kopf zu simulieren. So spielt mein Hirn täglich Streiche und ab und an gelingt es mir wenigstens, mich dabei zu ertappen.

Der Winter fordert seinen kältetechnischen Tribut und hat auch nicht mehr viel mit gefühlter, sondern tatsächlicher "Untertemperatur" zu tun. Morgens und Abends ist es dem Gefrierpunkt nahe, und wenn ich nicht wüsste, dass es hier nicht schneit, würde ich darauf warten. Der See im Park hat sich mit Wasser gefüllt und das Schwan- sowie Entenleben kehrt zurück in den normalen Kreislauf der Dinge. Es ist wunderschön mit anzusehen, wie der See zum Leben erwacht und mit ihm das Drum herum sich in bunten Farben erhebt.

An der Uni kommen und gehen unsere Klienten mit ihren Sorgen, die manchmal so ähnlich zu meinen sind, aber manchmal so fern von jedweder Vorstellung liegen, dass es schwer fällt, relativ wertlos ihren Geschichten zu zu hören. Eine neue Klientin berichtete von ihrer Internetsucht und davon, wie sie versucht, den Kulturschock zu meistern, den sie erlebt hat. Nach 5 Jahren Internat in Malaysia ist sie nach Perth gezogen und war mit allen offenen Toren und Kanälen konfrontiert. Kein Drill mehr, keine Eltern, Musik, Ipod, Fernsehen, Essen und Internet ohne Limit. Es fällt kaum schwer, nachzuvollziehen, was das für sie bedeutet. Sie ist zierlich, scheu und beschämt, zum ersten Mal ihren Gefühlen Worte zu geben und über sich zu sprechen.

Die Konflikte und Mediationen bestimmen mindestens einmal wöchentlich meinen Arbeitsalltag. Zum ersten Mal bin ich selbst in einen Konflikt involviert, der kurz davor stand mediiert zu werden. Meine Konfliktpartnerin, die ihre Befindlichkeiten über mich an unser Management weiter geleitet hat, zog dann ihre Beschwerde auf einmal zurück. So stehe ich im Regen und beobachte meine ganz eigenen Gefühle, Erinnnerungen, die aufkommen bezüglich früherer Zeiten, und die kalte Ausweitung dessen im Kollegium. Ich habe zu tun, mich nicht von dem Sinn der Ungerechtigkeit und Feigheit dominieren zu lassen. Es ist eine gute Erfahrung, die ich bei Mediationen zwischen anderen nutzen kann. Ich weiß, wie es sich anfühlt, über Dritte mit etwas konfrontiert zu werden, aber nicht wirklich zu wissen, worum es eigentlich geht. Sowie das Aushalten, dass die Person nicht kommt und den Mut hat, aufzuklären. So etwas nennt man passiv-aggressiv. Ich weiß nur zu gut, wie das alles funktioniert und läuft. Und ich weiß auch, wie so etwas enden kann. Ich überlege, was ich mit dieser Situation außerdem anfangen will. So plane ich, diese Person anzusprechen, um ihr die Möglichkeit der Klärung zu geben. Sie hat Glück, dass sie gerade im Urlaub ist. Irgendwie alles sehr geschickt eingefädelt, wenn ich meinen bösen Gedanken freien Lauf gebe. Gut ist, dass ich Zeit habe, um zu überlegen, wie ich das angehen will, wenn sie zurück ist. Die Revoltierende in mir würde am liebsten laut sein und ihren Ärger freien Lauf lassen. Die Ruhige in mir, bringt Gelassenheit und Zeit zum denken. Die Gerechte in mir will für Klarstellung sorgen und ihre Seite der Dinge schildern. Die Vermeidene in mir will alles ignorieren und gar nichts sagen. Die Harmonische in mir will einfach nur gemocht werden. Der Teamer in mir will ein Flussdiagram entwickeln für zukünftige Ablaufstrukturen für den Umgang mit Konflikten im Team. Der Mediator in mir will hören, was die andere Seite zu sagen hat und verstehen, welchen Effekt das auf diejenige Person hat. Das Kind in mir will einfach nur aufstampfen. Die Professionelle in mir gibt zu bedenken, dass es mehr gibt als das was offensichtlich ist. Und und und. Ich merke gerade, dass das Schreiben und aufschlüsseln in meine inneren Rollen unglaublich hilfreich ist. Ich werde diesem Ansatz nachgehen und versuchen, dass als Ansatz in Mediationen einzubinden.

Soviel zur Arbeit. Freizeittechnisch flattern beinahe wöchentlich diverse Tickets zu Konzerten ein, die wir alle dieses jahr noch besuchen wollen. Immer etwas, auf das wir uns freuen können. Die Vorbereitungen auf die Deutschlandreise bekommen ebenfalls immer mehr Raum. Es sind einige Dinge zu planen und zu bedenken.

Friday, June 19

Ein Ereignis, für das man kaum Worte findet

Kürzlich gab es im Fernsehen eine Reportage über einen Gefangentransport in West Australien, der tödlich endete. Der Gefangene, ein sehr bekannter Aborigini, wurde wegen Trunkenhait am Steuer in Haft genommen. Leider war das nicht das erste Mal, dass er auch durch dieses Verhalten auffällig wurde. So hat er die Nacht in einer Zelle der örtlichen Polizei verbracht, 400 km entfernt von Kalgoorlie. Ein sogenannter Friedensrichter sollte entscheiden, ob dieser Mann auf Kaution frei gelassen werden kann. Dieser Friedensrichter hat mit dem Insassen durch die Tür kommuniziert, ihn nicht gesehen, und sein Urteil gefällt. Dieser Mann konnte nicht auf Kaution frei gelassen werden und wurde innerhalb von 10 Minuten auf eine Reise geschickt, die in Australien ziemlich große Wellen geschlagen hat. Die Polzei hat ein Wachunternehmen beauftragt, diesen Mann nach Kalgoorlie zu transportieren, wo er in einem Gefängnis untergebracht werden sollte. Der Wagen, mit dem der Transport durchgeführt wurde, war von hinten zu öffnen und bot zwei eingebaute Bänke zum Sitzen. Keine funktionierende Klimaanlage, kein klarer Hinweis auf eine Verbindung zum Fahrerhaus, wenig Licht. Unter diesen Umständen wurde der Gefangene Aborigini 400 km bei einer Außentemperatur von mehr als 35 Grad ohne Stop, Pause und ausreichend Wasser auf seine letzte Reise geschickt. Kurz vor Kalgoorlie stoppte der Wagen, um nachzusehen, warum dieser Mann auf dem Boden lag. Sie schütteten ein paar Tropfen Wasser rein und fuhren direkt zum Krankenhaus. Dort konnte Stunden später nur noch der Tod offiziell festgestellt werden. Dieser Mann ist sozusagen gekocht worden. Die Innentemperatur lag bei mehr als 50 Grad! Wer hat nun Verantwortung und wer nimmmt die Verantwortung auf sich. Die Mißstände solcher Transporte sind seit 2007 bekannt und dokumentiert. Geändert wurde nichts. Ein Skandal!