


Auf der Suche nach unserem Lebensabenteuer haben wir uns auf eine Reise begeben, deren Ende wir nicht überschauen können. Über unseren bewusst herbei geführten Abbruch der gesicherten Existenz in Berlin wollten wir vor allem unsere Familie an unseren Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben lassen.
Für alle die, die diese Story von den drei Schweinen und dem Wolf kennen.Gestern und heute habe ich mein Einführungstraining bei Anglicare absolviert und schon die ersten Konzeptideen für die Uni entwickelt. Das Wochenende bewegte sich zwischen aufstehen- arbeiten- denken -feiern – denken und schlafen – denken- aufstehen – denken - arbeiten- denken - putzen und wieder denken - schlafen.
Auf einmal ist meine komplette Energie wieder da, die heute Mittag noch ihren Weg vom Magen über den Mund ihren Ausweg suchen wollte. Dank Atemtechnik und Reiki konnte ich das Ganze noch bremsen. Der Alkoholkonsum in den letzten Tagen sowie die vielen guten Neuigkeiten der letzten Woche katapultierten mich aus dem Keller ins All. Kein Wunder, dass bei so einer Geschwindigkeit Übelkeit aufkommt. Keine Zeit, dass ich mich daran gewöhnen kann; der Schalter ist abrupt umgelegt.
Zwischendurch schlage ich mich mit diversen Papieren rum (Steuernummer und Antrag wegen meiner Registrierung) sowie mit den Vorbereitungen für Thomas’ Geschäftsreise.
Ansonsten bin ich die Samstag und Sonntag rum gerannt. Zwischen den Toren, Tor vorne, Tor hinten, Schloss vorne, Schloss hinten, Klingel vorne, Klingel hinten. Wer ist da? „Yes please wait I’m coming.“ Dazu diverse Codenummern für die Schlösser merken, den Ablauf dieser Besuche merken, die Namen verstehen, aufpassen, dass Mama und Papa sich nicht begegnen und dass das Kind nicht ohne elterliche Aufsicht ist, wenn der andere Elternteil noch nicht da ist. Geld kassieren, denn die Besuche müssen auch bezahlt werden, Berichte schreiben, die jeder verstehen möchte und dennoch aufpassen, dass man nicht vor Langeweile einpennt. Ich weiß, passt gar nicht zusammen, war aber so. Die Besuche an sich waren relativ unspektakulär. Heute habe ich zwei Stunden einem Papi mit seinem Baby zu gesehen. Aufgepasst, was er macht, wie er es macht, wann er die Windel wechselt, ob er sich auch die Hände wäscht, ob das Kind zu jeder Zeit in Sicherheit ist und nebenbei Notizen machen. Wenn die Kleine heute schon nach einer Stunde geschlafen hätte (Besuch ging 2 Stunden) und der Papi dann auch, hätte ich gar nicht gewusst, wo ich hinsehen sollte. Mein Gähnen versuchte ich zu unterdrücken, meine Gedanken jedoch waren ganz woanders.
Den Arbeitszeitnachweis ausfüllen, zuhören, was die anderen so erzählen, mich über diverse Strukturen wundern und dann am Ende schnell aufräumen und weg. Und genau dann beginnen die meisten Teamer ihre Erlebnisse der leitenden Kraft vor Ort zu erzählen. Sicher alles spannend, aber doch nicht, wenn die Zeit rum ist. Ich will nach Hause und denke, dass das nicht wahr sein kann. Was ist so schwer, zwischendurch die leere Zeit zu nutzen?
In Perth wurde gestern das 55. Festival von den Aboriginis (Noongar) und den Veranstaltern eröffnet. Die Aboriginis haben das Feuer zum Rauch gebracht und in englisch sowie ihrer eigenen Sprache das Festival zu einem Fest des Miteinanders erklärt. Immerhin gehört Perth und die Gegend drum herum eigentlich den Noongars bzw. gehörte. Die Zuschauer waren begeistert und klatschten. Der Chor sang das Lied der Noongars und wurde anschließend ebenfalls mit viel Beifall beglückt.Für die Australier ist dies ein Nationalfeiertag, der am 26. Januar begangen wird. 1788 setzten die ersten Einwanderer Australien ihren ersten Fuß auf dieses Stück Erde (first fleet). Wie wir alle wissen waren die ersten Siedler Sträflinge aus England, die mit dem Schiff von Kapitän Arthur Phillip gekommen sind. Dennoch ist dieser Tag so etwas wie die Geburtsstunde des fünften Kontinents.
Es war einmal …
… und wer denkt, Australien liegt hinter dem Mond, der irrt.
Zu später Stund erscheinen die sieben Zwerge auf dem Bildschirm, sprechen deutsch und „verlieben“ sich in Schneewittchen. Wir sehen zu und schlafen dabei ein. Schließlich wissen wir ja, wie das mit dem Schneewittchen ausgeht und der deutsche Zauber verliert unsere Aufmerksamkeit. So geschehen im Sender SBS letzte Woche.
… Besuch zu Beginn der Woche auf seiner Rückreise aus dem Norden und Durchreise nach Sydney. Ein gemeinsames Sightseeing in Perth und anschließend bei Wein und Essen die ersten Eindrücke ausgewertet. Wir werden ein wenig neidisch, da unsere Gäste schon bei den Delfinen im Norden waren und diese aus unmittelbarer Nähe sehen durften. Die Bilder verschärfen mein Interesse, demnächst auch mal dort hin zu fahren. Ich bin beeindruckt wie groß die Delfine sind und glaube, dass ich es vorziehe, diese aus sicherer Nähe zu betrachten. Die Augen der Delfine schauen direkt in die Kamera und vermitteln ein unheimliches Gefühl. Schaut der mich an?
… Thomas arbeitet fleißig und verbessert sein Surfkönnen weiter. Ich sehe zu und bin beeindruckt. Mittlerweile kommt das Surfbrett nicht mehr vom Dach des Autos, damit wir jederzeit ans Wasser können und Thomas seine Fertigkeiten ausbauen kann.
… Weitere Erlebnisse und Erkenntnisse lassen mich den Kopf schütteln. Ein Land voller Kontraste und Absurditäten.
Wie leben Eingeborene in Australien? Auch das ist an diesem Unterricht gut, nicht nur Sprache lernen, sondern auch kulturelle Einblicke gewinnen, die von den populären Darstellungen abschweifen.
Es ist unglaublich, ich habe meine erste Woche Englischkurs absolviert und bin außerordentlich müde, von diesem vielen Lernen und Hausaufgaben machen. Auf einmal waren die Tage wieder sehr lang für mich. Morgens um 5.30 aufstehen, um 8.15 mit dem Unterricht beginnen und Nachmittags die Hausaufgaben erledigen (bis 23.00). Ich entdecke meine Energien wieder und bin froh lernen zu dürfen sowie einen festen Tagesablauf zu haben.
Beim Brotbacken entwickelt sich im Haus ein ähnliche Hitze. Es schnuppert als ob es draußen eher Minusgrade sind. Auch die Plätzchen im Ofen verbreiten einen vorweihnachtlichen Duft, den ich mit Kälte und Schnee assoziiere. Deshalb haben wir wahrscheinlich auch den Nikolaus vergessen.
360 Fotos haben wir mit zwei Kameras am letzten Wochenende im Norden von Perth gemacht. Eine beachtliche Menge, wenn man weiß, dass wir dafür 250 Kilometer gefahren sind und von Samstag um 14.00 - Sonntag um 19.00 Zeit hatten.
In der Nähe der Stadt Cervantes befindet sich der Nambung Nationalpark. Hier kann man schwimmen in einsamen Buchten, den Delfinen beim morgendlichen Tummeln nah am Strand begegnen, wandern und einiges an Wildlife sehen. Das häufigste Reiseziel hierher sind wohl die bis zu 4 Meter hohen Kalksteinsäulen (die pinnacles). Wind, Wetter und Zeit haben ihr übriges getan, damit diese bizarre Landschaft mit ihren Skulpturen entstehen kann. Ab und an kam mir der Gedanke, ob hier wirklich die Natur ihre Hand im Spiel hatte oder ob es sich beispielsweise um eine große Grabstätte handelt (manchmal brennt meine Phantasie eben mit mir durch).